Dienstag, 6. Januar 2009

Tagung Kulturen im Dialog - Felder und Formen interkultureller Kommunikation und Kompetenz

Beschreibung der Tagung und Call for Papers

Von der Pluralität der Kulturen wird viel gesprochen und sie ist sicherlich ein zentrales Charakteristikum der modernen Weltgesellschaft. Diese Vielfalt bezieht sich nicht nur auf nationale und ethnische, sondern ebenso auf institutionelle, organisationsgestützte, politische, ökonomische, soziale und andere Kulturformen. Die Tagung "Kulturen im Dialog – Felder und Formen interkultureller Kommunikation und Kompetenz" der Gesellschaft für Kulturpsychologie nimmt dies zum Ausgangspunkt für eine eingehende und vertiefende kulturpsychologische Auseinandersetzung mit der Wechselwirkung und gegenseitigen Durchdringung von Kulturen vor dem Hintergrund ihrer Mannigfaltigkeit und Unterschiedlichkeit, aber auch der Möglichkeit, Differenz konstruktiv zu thematisieren und Möglichkeiten der fruchtbaren wechselseitigen Anknüpfung zu schaffen.

Moderne Transport- und Kommunikationstechnologien und zunehmende Migrationsbewegungen haben die räumlichen und zeitlichen Distanzen zwischen Kulturen weltweit wesentlich verkürzt. Dies geht mit einer erheblichen Intensivierung des Kontakts zwischen bis dato sich eher fremden Kulturen in diversen sozialen (politischen, ökonomischen, künstlerischen, religiösen, etc.) Handlungsfeldern einher. Aus kulturwissenschaftlicher Sicht, aber ebenso aus der Perspektive zahlreicher interkultureller Praxisfelder ergeben sich zwei Zugänge zu diesem Zusammentreffen unterschiedlicher Kulturen: im einen Fall kann die Thematisierung aus der Perspektive der Interaktion, im anderen Fall aus der Perspektive des Individuums erfolgen. Einmal steht der Dialog zwischen Kulturen, das andere Mal die Kommunikation fördernde interkulturelle Kompetenz der beteiligten Akteure im Zentrum der Betrachtung.

Auf dem Hintergrund der Entwicklung der europäischen Tradition spätestens seit der Aufklärung, aber auch durch andere kulturelle Traditionen wird im hohen Maße der Dialog als eine Möglichkeit beschrieben, Begegnungen zwischen unterschiedlichen Kulturen (im oben beschriebenen weiteren Sinn) förderlich und bereichernd zu gestalten. Dabei können neben kulturtheoretischen Grundlagen auch konkrete Erfahrungen aus der Praxis interkultureller Kooperation herangezogen werden. Interkulturelle Kompetenz wird verstärkt im Bereich der Wirtschaft aber auch in anderen internationalen Handlungsfeldern als individuelle Schlüssel- und Kernkompetenz für einen fruchtbaren und effektiven Austausch zwischen unterschiedlichen Kulturen angesehen. Zunehmend werden auch die konzeptionellen Grundlagen dieses zentralen, häufig jedoch theoretisch nicht befriedigend erschlossenen kulturpsychologischen Konstrukts erörtert.

Während der Tagung möchten wir die umrissene Themenstellung aus unterschiedlichen Perspektiven behandeln und diskutieren. Wir wünschen uns theoretische Beiträge und Berichte aus der kulturwissenschaftlichen Forschung, welche helfen, die Konzeption und das Verständnis kulturübergreifender Kommunikation und interkultureller Kompetenz zu vertiefen. Besonders heißen wir Beiträge aus der reichhaltigen interkulturellen Praxis willkommen. Dies schließt insbesondere Erfahrungsberichte aus den Feldern der Wirtschaft, der Politik, der Kunst, der Erziehung und anderen mehr sowie die Präsentation von Konzepten und Methoden zur Förderung interkultureller Kommunikation und Kompetenz ein.

Eingereicht werden können Beiträge und Poster, aber auch Vorschläge zu Arbeits- und Diskussionsgruppen sowie Interkulturellen Workshops. Wir bitten in jedem Fall um die Zusendung eines Abstracts im Umfang von maximal einer Seite, welches den Tagungsbeitrag inhaltlich und ggf. organisatorisch beschreibt (Titel, Autorinnen und Autoren, Art des Beitrags, gewünschter Zeitrahmen, erforderliche Hilfsmittel zur Visualisierung und Realisierung), bis zum
20. März 2009

bei einer der unten genannten E-Mail-Adressen.
Eine Rückmeldung zur Annahme und zur Form der Realisierung der eingereichten Beitragsidee erfolgt bis Anfang Mai! Die Auswahl der Beiträge liegt in der Verantwortung der Tagungsleitung und beauftragter Gutachterinnen und Gutachter.


Tagungskonzeption und Tagungsorganisation:

PD Dr. Ralph Sichler
Lauder Business School, Wien
1. Vorsitzender der Gesellschaft für Kulturpsychologie
ralph.sichler[at]lbs.ac.at

Prof. Dr. Herbert Fitzek
UMC Potsdam (FH)
2. Vorsitzender der Gesellschaft für Kulturpsychologie
h.fitzek[at]uni-koeln.de
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