Montag, 11. April 2011

AUSSCHREIBUNG: IFK/ISA-Graduiertenseminar "Brauchen Staaten noch Kulturen?" http://critpsych.blogspot.com/

das IFK veranstaltet vom 6. bis 8. Juli 2011 das (Post)Graduiertenseminar "Brauchen Staaten noch Kulturen?" gemeinsam mit dem Institut für Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Konzipiert wurde das Seminar von Prof. Dr. Andre Gingrich (ISA, ÖAW) und PD Dr. Lutz Musner (IFK).            
Dass Nationalstaaten auf homogenen Kulturkonzepten beruhen sollen, ist weder Selbstverständlichkeit noch historische Notwendigkeit. Gleichsetzungen von Nation und Kultur sind vielmehr Erfindungen der europäischen Moderne des 19. Jahrhunderts mit höchst widersprüchlichen Nachahmungen in anderen Erdteilen. Spätestens seit dem Zivilisationsbruch von Auschwitz und der Entstehung supranationaler Gebilde wie etwa der Vereinten Nationen oder der Europäischen Union ist die Gleichsetzung von territorialen und normativen Identitäten problematisch geworden. Die weltweite Zirkulation von Menschen, Gütern, Wissen und (Finanz-)Kapital hat neue Konstellationen entstehen lassen, in denen sich "Kulturen" noch stärker als zuvor gleichermaßen vermischen wie voneinander abgrenzen. Die globale Ausbreitung einer euro-atlantischen Populär- und Konsumkultur hat zudem neue Orientierungen entstehen lassen, die personale und kollektive Selbstbilder überformen bzw. symbolische Ressourcen für transnationale Subkulturen bereitstellen. Das Seminar soll diese Phänomene am Beispiel konkreter Fallstudien sichtbar machen und mit methodisch fortgeschrittenen Instrumentarien analysieren und diskutieren.             
              
KommentatorInnen und Panels:          
Dr. Tatjana Thelen (Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Halle)     
Transnationalismus?                  
Prof. Dr. Brigitta Schmidt-Lauber (Universität Wien)                 
Multiple Moderne?                     
Prof. Dr. Thomas Hauschild (Universität Halle)                      
Reserven des Lokalen?                     
Prof. Dr. Thomas Macho (Humboldt-Universität zu Berlin)                   
Identitäten in globalen Krisenzeiten?                     
                     
TeilnehmerInnen:                                 
Max. 20 UniversitätsabsolventInnen ab dem Master/Magister-Abschluss. Für die erfolgreiche Teilnahme wird ein Zertifikat verliehen.                      
                             
Bewerbung:                          
IFK und ISA laden NachwuchswissenschafterInnen aller sozial- und kulturwissenschaftlichen Fachrichtungen, insbesondere österreichischer Universitäten ein, sich mit kontroversiellen Themenvorschlägen zu bewerben. Die Bewerbung soll eine Themenskizze (max. 250 Worte) sowie einen kurzen wissenschaftlichen Lebenslauf enthalten und bis zum 15. Mai 2011 am IFK einlangen (E-Mail: musner[at]ifk.ac.at). Bewerbungen können auf Deutsch oder Englisch erfolgen; die TeilnehmerInnen müssen aber über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, da das Seminar vorwiegend oder ausschließlich in deutscher Sprache durchgeführt wird. Bei Annahme der Bewerbung werden Reise- und Aufenthaltskosten von TeilnehmerInnen, die von anderen Studienorten als Wien anreisen, rückerstattet.                
                   
Diese Initiative zur wissenschaftlichen Nachwuchsförderung wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung gefördert.      ___________________________________________________________

 IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften
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