Mittwoch, 1. Juni 2011

Mittels Raum regieren; Film und Psychiatrie; Zeitzeuginnengespräch; Zum Wandel von Arbeit, Beruf und Bildung; Fernsehen als Agentur des Sozialenhttp://critpsych.blogspot.com

Montag, 6. Juni, 19.00
Mittels Raum regieren
Vortrag und Respondenz

Städtische Bevölkerungen werden durch staatliche Apparate in vielfältiger Weise mittels Raumproduktionen regiert. Bei Raumverboten, Videoüberwachung, crime mapping oder räumlich selektiver Polizeiarbeit wird von sozialen Verhältnissen
abstrahiert, indem Räume als gefährlich oder gar kriminell behandelt werden. Diese Abstraktion mittels Verräumlichung erlaubt es, gesellschaftliche Widersprüche ohne Bezug auf Gesellschaft zu regieren. Legitimiert wird sie durch Ideologien wie der Broken Windows-These, selbst legitimiert sie extralegale Kontrollpraxen, indem sie diese in die Rechtsform überführt.

Bernd Belina, Institut für Humangeographie, Goethe Universität, Frankfurt a. M.
Respondenz: Christoph Laimer, dérive ? Zeitschrift für Stadtforschung

In Kooperation mit dem IWK - Culture of Control?


Dienstag, 7. Juni, 19.00
Film und Psychiatrie
Vortrag

Das Thema Psychiatrie übte im 20. Jahrhundert eine beträchtliche Faszination auf Filmschaffende aus. In Filmen wie "Das Kabinett des Dr. Caligari" von Robert Wiene, "Spellbound" von Alfred Hitchcock, "Schock-Korridor" von Samuel Fuller oder "Einer flog über das Kuckucksnest" von Milos Forman, dominierte die kritische Auseinandersetzung mit der Psychiatrie als Zwangsinstitution. Seit den 1980er Jahren kehrte sich der Beobachterstatus um: PhilosophInnen und vor allem PsychoanalytikerInnen entdeckten den Film als Analysematerial zu Exemplifizierung ihrer Theoriekonzepte.

Thomas Stompe, Psychiater, Universitätsklinik für Psychiatrie



Mittwoch, 8. Juni, 19.00
Ceija Stojka
Zeitzeuginnengespräch

Ceija Stojka wurde als Kind im Nationalsozialismus verfolgt, weil sie Romni ist. Ein Großteil ihrer Familie wurde ermordet, sie selber in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, danach in das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück und von dort nach Bergen-Belsen deportiert. In den 1980er Jahren begann sie sich literarisch mit ihrer Verfolgungsgeschichte, aber auch mit der Situation der Roma im Österreich der Nachkriegszeit auseinanderzusetzen.

Ceija Stojka, Schriftstellerin, Malerin, Musikerin
Moderation: Andreas Peham, Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes

In Kooperation mit GEDENKDIENST


Donnerstag, 9. Juni, 19.00
Zum Wandel von Arbeit, Beruf und Bildung
Vortrag und Respondenz

Im 20. Jahrhundert werden Arbeit und Beruf als Bildungsdomäne wieder "entdeckt". Neukantianismus, Lebensphilosophie und Pragmatismus greifen eine bereits seit längerem virulente Schul- und Sozialkritik gegenüber klassischen und bildungsbürgerlichen Zuschneidungen von Erziehung und Unterricht auf und erweitern einen Lernbegriff, der eine auf enge Fachlichkeit und Zweckorientierung gerichtete Integration in den Arbeitsprozess vorsieht. Diese auch am Erwerb orientierte Perspektive hat allerdings bereits ihre Vorläufer in der "Industrie" und 2Gewerbsamkeit". Im Leitbild des auf Beschäftigung und Kompetenz ausgerichteten selbstorganisierten Lernunternehmertums konvergieren sinnbezogene Bildungsansprüche und zweckorientiertes Selbstmanagement.

Philipp Gonon, Universität Zürich
Respondenz: Peter Schlögl, Österreichisches Instituts für Berufsbildungsforschung in Wien, ÖIBF

In Kooperation mit dem IWK - Jour fixe Bildungstheorie



TAGUNG: Fernsehen als Agentur des Sozialen

Donnerstag, 9. Juni, 16. 00 - 18.15
Freitag, 10. Juni, 10.00  und Samstag, 11. Juni, 10.00

Fernsehen ist eine gesellschaftliche Agentur, die in ihrem Kern damit beschäftigt ist, Bürgerschaftlichkeit herzustellen, zu problematisieren und zu verhandeln. Die Frage nach dem Fernsehen ist daher nicht nur eine nach "Inhalten" und "Programmen"; vielmehr liegen die Gebrauchsweisen seines Dispositivs darin, Teilhabe an Prozessen der Vergesellschaftung zu ermöglichen und somit gleichsam eine Form der Verbürgerlichung darzustellen - und zwar unter sehr spezifischen, politischen Vorzeichen, die es zu untersuchen gilt.

Donnerstag, 9. Juni, 16.00
16.00 Begrüßung: Klassenproduktion - Zur Einführung
Andrea Seier/Thomas Waitz (Universität Wien)

17.00 Zuschauern zuschauen.  As-Sociationen des Fernsehens
Markus Stauff, Universiteit van Amsterdam

Freitag, 10. Juni, 10.00
10.00 Die Dystopie Fernsehen.
Vrääth Öhner, Universität Wien

11.00 Fakt, Fetisch, Faitiche: Fernsehen.
Christina Bartz, Universität Paderborn

12.00 Ästhetische Konzepte des Gewöhnlichen und das Nebenschichten-Fernsehen.
Herbert Schwaab, Universität Regensburg

15.00 Sozialexperimente im Fernsehen.
Ramón Reichert, Universität Wien

16.00 Die Couch der Gesellschaft.
Matthias Thiele, TU Dortmund

17.00 "Raus aus den Schulden". Applikationsvorgaben für das  
,unternehmerische Selbst'.
Rolf Nohr, HBK Braunschweig

Samstag, 11. Juni, 10.00
10.00 Ich sehe was, was Du (noch) nicht siehst - Zur Verhandlung des Medial-Sozialen.
Uwe Wippich, Ruhr-Universität Bochum

11.00 "Whatever ? frak!"Repräsentationen von ,white trash' in US-amerikanischen Serien.
Ralf Adelmann, Universität Paderborn

12.00 Echte Lesben?!Klassenspezifische Adressierung in reality/quality Queer TV.
Andrea B. Braidt, Universität Wien

Eine Tagung des TFM Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien

Depot
Breite Gasse 3
A-1070 Wien
NEUE TELEFONNUMMER: +43 (0)699 13 53 77 10


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