Donnerstag, 4. August 2011

Zum BEgriff "Fetisch" (Hannes Gießler, Raubt der Sache die gesellschaftliche Macht, 2011)

Welche Vorstellungen der Begriff des Fetischs auch heute wecken mag; als Marx ihn aufgriff, war dieser dem Portugiesischen entlehnte Begriff primitiver Kulturen vorerst nur gebräuchlich, um abergläubische Praktiken primitiver [sic!] Kulturen zu bezeichnen, also Praktiken, in denen Dingen Bedeutungen und Kräfte zugeschrieben werden , die ihnen nicht primär eigen sind. Marx bemühte diesen Begriff, um das Selbstbild der europäischen und amerikanischen Gesellschaft zu treffen: Ihre ökonomischen Verhältnisse sind alles andere als aufgeklärt, sie sind undurchsichtig. Dei Beteiligten tappen im Dunkeln, durch eine Dingwelt, bestehend aus den Fetischen Ware, Geld, Gold, Zins und Kapital. Ihre Bestimmungen können diese Fetische nur durch die Menschen erhalten haben, dennoch erscheinen sie übermächtig, nicht nur dem vereinzelten Einzelnen gegenüber, sondern in Weltwirtschaftskreisen plötzlich und unvorhersehbar der ganzen Menschheit." (S. 137)
Aus Decker et al. 2011, Geld - Kritische Theorie und psychoanalytische Praxis, Psychosozial-Verlag
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