Samstag, 15. Juni 2019

#PsychologistsForFuture gegründet

Psychologen unterstützen globale Klimabewegung
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> Die psychologischen Herausforderungen der Klimakrise
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> Berlin, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Mainz, Münster, den 04. Juni 2019
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> Die Psychologists / Psychotherapists for Future wollen mit ihrer wissenschaftlichen und praktischen Expertise alle Klimaaktivist*innen sowie politische Entscheidungsträger*innen unterstützen. Ihre Stellungnahme wurde weltweit bereits von über 1000 Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen unterschrieben.
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> Sie konzentrieren sich auf klassische psychologische Forschungs- und Arbeitsbereiche. Zu den zentralen Arbeitsthemen gehören z.B. Verleugnung, Angst und Verhaltensveränderung.
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> Ziel der Arbeitsgruppen der Psychologists/Psychotherapists for Future ist es unter anderem, psychologische Inhalte so aufzubereiten, dass sie auch von Nicht-Psycholog*innen für eine erfolgreiche Bewältigung der Klimakrise genutzt werden können. 
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> Innerhalb von nur drei Wochen haben über 1000 Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen aus 16 Ländern die Stellungnahme der Psychologisch for Future unterschrieben. „Die positive Resonanz hat uns beinahe überrollt" berichten Lea Dohm und Mareike Schulze, die die Gruppe initiiert haben, „schon vor Veröffentlichung auf der Homepage hatten wir über 100 Erstunterzeichner*innen."
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> Inhaltlich konzentrieren sich die Psychologists / Psychotherapists for Future auf die Fragestellungen: Was sind die Ursachen für eine Leugnung der Klimakrise? Wie kann man die Akzeptanz der wissenschaftlichen Erkenntnisse verbessern? Wie kann man mit Gefühlen wie Angst vor der Zukunft oder Scham über früheres Verhalten umgehen? Was ist erforderlich, damit der Schritt vom 'Wollen' zum 'Machen' gelingt? Was kann man tun, wenn eine veränderte Lebensführung oder ein aktives Eintreten für den Klimaschutz vom sozialen Umfeld nicht akzeptiert werden?
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> "Psychologists / Psychotherapists for Future" arbeitet zudem an der weiteren Vernetzung, z.B. mit den Scientists for Future, anderen Umweltgruppen sowie Berufsverbänden.
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> Im Kern unterstützen die "Psychologists / Psychotherapists for Future" die Forderungen der "Fridays for Future" Bewegung. Die streikenden Schüler*innen und Student*innen fordern schnellen und konsequenten Klimaschutz und eine lebenswerte Zukunft für kommende Generationen. Zuletzt streikten vor der Europawahl alleine in Deutschland ca. 320.000 Unterstützer*innen der Bewegung.
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> Die Stellungnahme kann auf www.psychologistsforfuture.org eingesehen und gezeichnet werden.
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> Achtung Redaktionen:
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> Für Rückfragen und Interviews bitten wir um Kontaktaufnahme über mail@psychologistsforfuture.org
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> Logos und Protestbilder können auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden.

Mittwoch, 12. Juni 2019

#PeterBrückner - frühe Schriften (19.6.) Hannover, Ada-und-Theodor-Lessing-Volkshochschule Arbeitsgemeinschaft #PolitischePsychologie

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Liebe FreundInnen der AG Politische Psychologie,
liebe Interessierte,

nächste Woche geht es weiter mit unserer diessemestrigen Vortragsreihe an der Ada-und-Theodor-Lessing-Volkshochschule Hannover (Burgstraße 14, 30159 Hannover) zum Themal "Theodor Lessing und Peter Brückner. Unzeitgemäße Außenseiter und politische Dissidenten in Hannover":

Mittwoch, 19. Juni, 18:30 Uhr, VHS Hannover 

Dr. Theo Becker (Hannover):
Peter Brückner (1922-1982)
Spurensuche: Von der Gestaltpsychologie zur Politischen Psychologie

Auf dem Kongress „Bedingungen und Organisation des Widerstandes", der 1967 anlässlich der Beerdigung des bei einer Demonstration in Berlin erschossenen Studenten Benno Ohnesorg in Hannover stattfand, ergreift Brückner das Wort und formuliert im Kern das, was er die Methode der Politischen Psychologie nennen wird. Er verweist darauf, „...dass die Einwirkungstätigkeit der Studierenden auf die sie umgebenden sozialen Verhältnisse ihnen zu der Erkenntnis verhilft, dass die gesellschaftliche Situation der Wissenschaft und der Forschung nur dem sich eigentlich entschlüsselt, der sich daran begibt, [sie] in Richtung auf größere Demokratisierung zu verändern. Wahrheitsfinden ist hier in der Tat ein kollektiver Prozess." Dies gelte nicht nur für die Studierenden. Erst das Tätigwerden, die Aktion, mache aus Menschen sich politisch verstehende Menschen, die durch ihr gemeinsames, aktiv auf die Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse zielendes Handeln, zugleich sich selbst und ihre Verhaltensweisen ändern. Dies schließt den Politischen Psychologen selbst mit ein und hat folgerichtig die Politisierung der Wissenschaft zur Konsequenz.
Wenn auch die Mehrzahl der Schriften Peter Brückners in die 70er Jahre fällt, sind die frühen Schriften nicht zu unterschätzen. Ich werde versuchen in diesen Texten, in der Vermittlung von Lebensgeschichte und Zeitgeschichte entlang der verstreuten autobiografischen Erinnerungen Peter Brückners, die Spuren zu rekonstruieren, die schließlich zur Politischen Psychologie der späten 60er Jahre führten.

Veranstaltungsort: Ada-und-Theodor-Lessing-Volkshochschule Hannover, Burgstraße 14, 30159 Hannover.

Nächster und letzter Termin der Reihe:
Mittwoch, 10. Juli
, 18:30 Uhr
Maria Tsenekidou (Hannover):
Bildung und Befreiung.
Zur Geschichte und Aktualität der Politischen Psychologie am Beispiel Peter Brückner

Eine Veranstaltungsreihe der VHS-Hannover mit der Arbeitsgemeinschaft Politische Psychologie und dem Institut für Soziologie an der Leibniz Universität Hannover.

Wir hoffen auf Ihr/Euer Interesse und auf zahlreiches Erscheinen,
herzliche Grüße,
Ihre/Eure Arbeitsgemeinschaft Politische Psychologie
www.agpolpsy.de


Mittwoch, 22. Mai 2019

Kritik an Neurowissenschaften – das Beispiel der Debatte um den freien Willen, 2. kritisch-psychologischer Salon 2019

Eileen Wengemut

Kritik an Neurowissenschaften – das Beispiel der Debatte um den freien Willen"

Ort: KulturKiezKneipe Laika, Emser Straße 131, S+U Neukölln

Zeit: Freitag, 07. Jun 2019, 19.00 Uhr, Einlass ab 18.30

Im Laufe der sogenannten „Dekade des Gehirns“ und der „Dekade des Geistes“ ist an verschiedenen Aspekten neurowissenschaftlicher Forschung Kritik laut geworden – an ihren Deutungsansprüchen, ihren impliziten gesellschaftstheoretischen und philosophischen Grundannahmen und ihren Methoden.
Eileen Wengemuth versucht in diesem Salon die verschiedenen Positionen in der deutschen Debatte um die Willensfreiheit nachzuzeichnen. Hierbei wird von dem sogenannten „Libet-Experiment“ ausgegangen, dessen Ergebnisse von einigen WissenschaftlerInnen dahingehend interpretiert wurden, dass eine Jahrhunderte alte philosophische Frage empirisch gelöst worden sei. Sie zogen hieraus den Schluss, dass die Freiheit des Willens eine nützliche Illusion sei. KritikerInnen hingegen hinterfragen auf unterschiedlichen Ebenen die Aussagekraft dieses Experiments.
Eileen Wengemuth, Dipl.-Psych., promoviert mithilfe eines Stipendiums der Hans-Böckler-Stiftung an der Uni Marburg zum Umgang mit Kritik an Neurowissenschaften. Sie ist Mitglied der GsFP und seit mehreren Jahren im Organisationsteam der Ferienuni Kritische Psychologie.

Donnerstag, 16. Mai 2019

Klaus #Ottomeyer #Vortrag Wien zu #Identitäre und #Identitäten

Identitäre und Identitäten.
Über den Missbrauch des Identitätsbegriffs und die Kriminalisierung von Flüchtlingen und Helfenden                     
Der Begriff der Identität ist durch die Identitären und andere Rechtspopulisten ins Gerede gekommen. Bei ihnen wird die Aufwertung der eigenen Gruppe mit der Zerstörung des Mitgefühls in Bezug auf Geflüchtete verbunden, welche ebenso wie die Helfenden kriminalisiert werden.  Die Opferbeschuldigung ist psychologisch attraktiv geworden. Wie lässt sich dagegen eine Idee von Identität formulieren, die von Nutzen sein kann für die sinnvolle Gestaltung unseres Alltags, im Kampf für die Menschenrechte, in der psychosozialen Arbeit von NGOs und in der Psychotherapie? Im Vortrag und in der Diskussion soll versucht werden, Theorie und Praxis zusammenzubringen.
 
Klaus Ottomeyer, Sozialpsychologe und Psychotherapeut, war bis 2013 Professor an der Universität Klagenfurt und unterrichtet an der Sigmund-Freud-Universität Wien. Er arbeitet als Therapeut mit traumatisierten Flüchtlingen in der Kärntner Einrichtung Aspis.
 
24.6.2019, ab 19:00 Uhr
Kardinal König Haus, Kardinal König Platz 3, 1130 Wien

Dienstag, 30. April 2019

#Emotionen im #Konflikt - #Emanzipation in Zeiten von #Ressentiment #Sommerakademie #Schlaining

Die 36. Sommerakademie des Austrian Study Centre for Peace and Conflict Resolution wird sich dieses Jahr unter dem Titel "Emotionen im Konflikt - Emanzipation in Zeiten von Ressentiment" mit Emotionen in der Politik beschäftigen und dabei Perspektiven der Friedens- und Konfliktforschung mit solchen der Sozialpsychologie zusammenbringen. Das Ganze findet auf der Burg Schlaining, einer echten Burg im österreichischen Burgenland, statt, die seit einigen Jahrzehnten als Zentrum für Friedens- und Konfliktarbeit genutzt wird.
Das Programm, das hier immer in der aktualisierten Version einsehbar ist, lohnt sich!
Emotionen im Konflikt - Emanzipation in Zeiten von Ressentiment
10.-14. Juli 2019, Schlaining/Österreich
Dass Emotionen in der Politik und in sozialen und politischen Konflikten eine zentrale Rolle spielen, ist bekannt, wird aber trotzdem zu wenig berücksichtigt. Ist ein gewisses Ausmaß an persönlich empfundener Empörung notwendiger Bestandteil jedweden politischen Engagements und jedweder politischen Veränderung? Wann schlägt produktive Empörung in destruktive Gewalt um? Welche Ängste treiben den „Wutbürger“ wirklich um? Wann wird Empörung zum Selbstzweck? Was macht den neuen Autoritarismus und Nationalismus für viele Menschen so attraktiv? Warum wählen Menschen Regierungen, die die Ohnmachtserfahrungen dieser selben Menschen noch potenzieren? Warum kann so viel Hass so schnell als Mittel der Politik mobilisiert werden? Warum scheint die Festgefahrenheit so vieler gewaltförmiger und kriegerischer Konflikte weniger mit der Abwesenheit von Transformationspotentialen und Lösungsvorschlägen, sondern vielmehr mit starrsinnig verteidigten Gefühlsqualitäten und damit unterfütterten Vorurteilsstrukturen zu tun zu haben?  
Die Sommerakademie 2019 möchte diesen Fragen in einer interdisziplinären Anstrengung nachgehen. Bisher wurden die hier relevanten Konzeptionen und Erkenntnisse weder zwischen den beteiligten wissenschaftlichen Disziplinen (Friedens- und Konfliktforschung, Sozialpsychologie, Soziologie, Politikwissenschaft, Philosophie, Kulturwissenschaften) noch zwischen Wissenschaft und Politik wirklich übergreifend diskutiert. In Panels, Vorträgen und gemeinsamen Diskussionen sollen diese Lücken zumindest in Ansätzen geschlossen, Theorie und Praxis verknüpft, Annahmen überprüft und Handlungsperspektiven erörtert werden.
Begleitet wird die Sommerakademie durch die von Ute und Bettina Frevert konzipierte Ausstellung "Die Macht der Gefühle. Deutschland 19 | 19". Sie nimmt heutige Erscheinungsformen von 20 Emotionen zum Ausgangspunkt und zeigt deren historische Entwicklung im 20. Jahrhundert auf: Konjunkturen, Wandel und Kontinuitäten. Im Erinnerungsjahr 2019 wird die Ausstellung Kontinuitäten und Brüche in den Gefühlswelten veranschaulichen, die die vergangenen 100 Jahre prägten und deren Intensität heute Politik und Gesellschaft herausfordert.

Montag, 29. April 2019

Grenzen der #Umweltpsychologie - Gesellschaftliche Bedingtheit umweltrelevanten Verhaltens verstehen #Kongress #KritischePsychologie

Wir von der Initiative Psychologie im Umweltschutz (IPU e.V.) laden ein zum 53. IPU-Kongress "Grenzen der Umweltpsychologie - Gesellschaftliche Bedingtheit umweltrelevanten Verhaltens verstehen“. Der Kongress findet vom 30. Mai – 2. Juni 2019 auf der wunderschönen Burg Rieneck statt und soll Umweltpsychologie und Kritische Psychologie zusammenbringen.

Wir sind davon überzeugt, dass diese Begegnung für beide Seiten fruchtbar sein kann:

Einerseits glauben wir, dass Umweltproblematiken als Schauplatz höchster Ungerechtigkeit und Ausbeutung für jede humanistische Strömung im 21.
Jahrhundert relevant sind. Zudem halten wir das aktuelle Ausmaß und Bewusstsein für Umweltzerstörung und Umweltkatastrophen in unserer Zeit für eine wesentliche Rahmenbedingung menschlicher Subjektivität, die als solche kritisch-psychologisch untersucht werden muss.

Umgekehrt möchten wir, die wir in der Umweltpsychologie als „Sach-Gebiet“ ungeachtet ihrer methodischen oder theoretischen Ausrichtung zu Hause sind, von eurem Wissen, euren Anregungen und herausfordernden Fragen lernen, die Konstrukte unserer Teildisziplin wie „Umweltverhalten“ und „Nachhaltigkeit“ künftig in einem größeren Kontext gesellschaftlicher, technischer, ökonomischer und materieller Verhältnisse zu betrachten.

Wir haben ein breites Programm aus Vorträgen und Workshops zusammengestellt; auf dem Kongress wird es aber auch viel Freiraum und Platz für das Einbringen eurer Ideen geben.

Ausführlichere Informationen zur Initiative Psychologie im Umweltschutz (IPU e.V.) und zum Programm findet ihr auf der Webseite (http://ipu-ev.de/naechster-kongress/).

Die Anmeldung wird voraussichtlich nächste Woche auf der Webseite freigeschaltet. Wenn ihr bei Beginn der Anmeldung per E-Mail informiert werden möchtet, schickt eine Mail an kongress@ipu-ev.de!

Voller Vorfreude auf die gemeinsame Zeit,

Euer Kongress-Orga-Team

Donnerstag, 25. April 2019

Handlungsfähigkeit durch Faschisierung?!

Einladung zum ersten kritisch-psychologischen Salon 2019:

Daniel Schnur & Till Manderbach

Handlungsfähigkeit durch Faschisierung?!"

Ort: KulturKiezKneipe Laika, Emser Straße 131, S+U Neukölln

Zeit: Freitag, 10. Mai 2019, 19.00 Uhr, Einlass ab 18.30

In den Debatten um die politischen Erfolge des autoritären Populismus sind Erklärungsansätze allgegenwärtig, die dessen Anhänger_innen vorhalten, manipuliert (worden) zu sein, verblendet zu sein, grundsätzlich autoritär gestrickt zu sein – oder aber gar nicht anders zu können, als rechtsradikal zu wählen, aus Notwehr. Wir wollen demgegenüber einen kritisch-psychologischen Blick auf das Problem werfen, der davon ausgeht, dass Subjekte von ihrem Standpunkt aus »gute Gründe« für ihr Handeln haben. Mit der Kategorie der Handlungsfähigkeit wollen wir uns durch Theorien und Überlegungen hinsichtlich der Produktion von »politischen Meinungen« arbeiten, wobei unser Fokus auf der Schnittstelle von Alltagsverstand und Ideologie liegt. Es geht uns darum, aus Subjektperspektive zu verstehen, warum »rechte« gegenüber »linken« Ansätzen attraktiver erscheinen und warum linksliberale Allianzen so wenig dagegen ausrichten können.

Daniel Schnur studiert Psychologie an der Universität Klagenfurt/Celovec. Seit 2016 im Vorbereitungsteam der Ferienuni Kritische Psychologie. Schreibt aktuell seine Masterarbeit zu autoritärem Populismus. Gastherausgeber eines Heftes von Psychologie & Gesellschaftskritik, »Kritische Psychotherapie« (Heft 166/67).

Till Manderbach studiert Psychologie an der Universität Klagenfurt/Celovec. Seit 2016 im Vorbereitungsteam der Ferienuni Kritische Psychologie. Im Rahmen seiner Masterarbeit forscht er zu Produktionsweisen politischer Meinung im Kontext des Rechtspopulismus.

Montag, 1. April 2019

Fw: [POLITISCHEPSYCHOLOGIE-L] VHS-Reihe: Theodor Lessing und Peter Brückner (ab 17.4.)



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Liebe FreundInnen der AG Politische Psychologie,
liebe Interessierte,

unsere diessemestrige Vortragsreihe an der Ada-und-Theodor-Lessing-Volkshochschule Hannover (Burgstraße 14, 30159 Hannover) steht unter dem Titel "Theodor Lessing und Peter Brückner. Unzeitgemäße Außenseiter und politische Dissidenten in Hannover" und startet am 17. April:

Im Foyer der VHS-Hannover hängt das große Bild des hannoverschen Malers Detlev Kappeler „Zu Theodor Lessing" von 1985, das ursprünglich zur Ehrung des aus der Technischen Hochschule Hannover geworfenen und von den Nationalsozialisten ermordeten Hochschullehrers in den Räumen der hannoverschen Universität aufgehängt werden sollte.  Doch der damalige Uni-Präsident lehnte die Anbringung kategorisch unter Hinweis auf den neben Lessing ebenfalls im Vordergrund abgebildeten Hochschullehrer Peter Brückner ab. Die Verfolgung und Ermordung Lessings sei nicht mit den Vorgängen um die erst einige Jahre zuvor erfolgten politisch begründeten Suspendierungen Brückners zu vergleichen und die Ehrung Lessings dürfe daher auf keinen Fall mit politischer Kritik an der Gegenwart vermischt werden. Dies verkennt trotz historischer Unterschiede die Parallelen in der jeweiligen Verschränkung von Geschichte, Politik und Lebensgeschichte. Kappelers Begründung für seine Bildgestaltung ist daher nach wie vor hochaktuell: „An Lessing erinnern, heißt, vor einer ähnlichen Entwicklung, an der 1933 Lessing starb, zu warnen. Brückner muß deshalb Bestandteil der Bildkomposition sein."
Angesichts dieses Bildes in ihrem Foyer und anlässlich des 100sten Jahrestags ihrer Gründung wird die Ada und Theodor-Lessing Volkshochschule Hannover in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Politische Psychologie (www.agpolpsy.de) und dem Institut für Soziologie an der Leibniz Universität Hannover (www.ish.uni-hannover.de) der Bedeutung und der Verbindung dieser beiden ausgegrenzten Hannoveraner Wissenschaftler nachgehen und an ausgewählten Schwerpunktthemen einer kritischen Würdigung unterziehen.

Zum Bild von Detlev Kappeler und den historischen Debatten um dieses gibt es auf der Homepage der AG PolPsy auch noch einen älteren Text.


Mittwoch,17. April
, 18:30 Uhr
Dr. Kay Schweigmann-Greve (Hannover):
Theodor Lessing - Jude, Demokrat, Sozialist und Frauenrechtler.
Hassobjekt und Mordopfer der politischen Rechten

Theodor Lessing, dessen Leben in Hannover beleuchtet werden soll, war eine besondere Hassfigur für die politische Rechte, nicht nur der Nationalsozialisten: Als Demokrat und Sozialist und selbstbewusster Jude und Zionist stellte er die autoritären, maskulinen und „vaterländischen" Grundlagen der Gesellschaft des Kaiserreiches infrage. Er verkörperte nicht erst in der Weimarer Republik als kritisch reflektierender Intellektueller den neuen mündigen Bürger, der Missstände und Defizite in Staat und Gesellschaft öffentlich benannte. Vom Eintreten für das Frauenwahlrecht bis zum Aufbau der Volkshochschule Hannover gemeinsam mit seiner Frau Ada bis zum weitsichtigen Hinweis auf die gesundheitliche Belastung der Menschen durch Lärm, um nur Weniges zu nennen, stellte er „respektlos" all das infrage, was die Macht der alten Eliten festigte: Patriarchat, antisemitische Ausgrenzung, Unbildung der Arbeiterschaft und eine kapitalistische Wirtschaftsordnung, die humane Lebens- und Arbeitsbedingungen in der ökonomisch expandierenden Stadtgesellschaft verhinderte.
Lessing stritt für eine echte Transformation der wilhelminischen Gesellschaft. Für ihn, der die meisten Feindbilder der Gegner der Weimarer Staatsform verkörperte, endete dieser Einsatz tödlich.

Die weiteren Vorträge dieser Reihe:

Mittwoch, 8. Mai, 18:30 Uhr
Prof. Dr. Rolf Pohl (Hannover):
„Wir sind kulturgetarnte Raubaffen, verhinderte Raubtiere"
Kritik, Gehalt und Aktualität der politischen Psychologie Theodor Lessings

Mittwoch, 19. Juni, 18:30 Uhr
Dr. Theo Becker (Hannover):
Peter Brückner (1922-1982)
Spurensuche: Von der Gestaltpsychologie zur Politischen Psychologie

Mittwoch, 10. Juli, 18:30 Uhr
Maria Tsenekidou (Hannover):
Bildung und Befreiung.
Zur Geschichte und Aktualität der Politischen Psychologie am Beispiel Peter Brückner


Veranstaltungsort: Ada-und-Theodor-Lessing-Volkshochschule Hannover, Burgstraße 14, 30159 Hannover.

Eine Veranstaltungsreihe der VHS-Hannover mit der Arbeitsgemeinschaft Politische Psychologie und dem Institut für Soziologie an der Leibniz Universität Hannover.


Wir hoffen auf Ihr/Euer Interesse und auf zahlreiches Erscheinen,
herzliche Grüße,
Ihre/Eure Arbeitsgemeinschaft Politische Psychologie
www.agpolpsy.de



#CfP #Utopien des #Sexuellen – Nach 68 | Was bleibt? | Was kommt? #Sexuologie Zeitschrift für #Sexualmedizin, #Sexualtherapie und #Sexualwissenschaft


Sexuologie
Zeitschrift für Sexualmedizin, Sexualtherapie und Sexualwissenschaft

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Utopien des Sexuellen – Nach 68 | Was bleibt? | Was kommt?

Die Chiffre „68“ markiert rückblickend für die damaligen westlichen Gesellschaften eine paradoxe Konstellation: Sie steht für den Anfang einer Gegenwart mit konsumgetriebenem Hedonismus, der Verheißung ewiger Jugend, verbunden mit dem Glauben an Kreativität und die Veränderbarkeit der Gesellschaft durch die Veränderung des eigenen Lebens. Vor allem aber steht „68“ für eine sexuelle Revolution, die das rauschhaft Utopische des Sexuellen mit der Utopie einer befreiten Gesellschaft verknüpfte. Aber: 1968 wurde auch der Club of Rome gegründet, dessen Szenario von den Grenzen des Wachstums seitdem wie ein Menetekel über der Weltgesellschaft hängt.
Was kann es also bedeuten, Utopien des Sexuellen erneut aufzurufen? Die Erwartungen an eine rauschhaft befreiende Sexualität als Ausgang gesellschaftlicher Veränderung sind verflogen. Doch der Freiraum für Sexualität ist größer geworden, auch wenn dieser von Markt und Neoliberalismus überformt wird, paradoxerweise im Verbund mit jener „kalifornischen Ideologie“, die in technologischer Gestalt die 68er-Erbschaft anzutreten vermeint.
Stellt sich die heutige Situation somit als eine völlig andere dar? Oder war „68“ lediglich das Epiphänomen eines petromodernen way of life, der an sein Ende kommt? Wie wäre dann über die neuen Formen sexueller Wirklichkeit nachzudenken, die in Relation zu den neuen disruptiven Technologien entstehen?

Entlang der These, dass sich gesellschaftliche Entwicklungen im Sexuellen wie in einem Brennglas fokussieren, sollen das zweite Heft der Sexuolgie 2019 und eventuell das nachfolgende erste Heft 2020 der Frage nachgehen, ob und, wenn ja, wie ein utopisch/dystopisches Sexuelles im gegenwärtigen Horizont zu denken wäre. Es soll darum gehen, zu erkunden, in welcher Form dem Sexuellen noch ein Begehren innewohnt, das notwendig wäre, um die Verhältnisse (erneut) aufzusprengen – oder aber, ob das Sexuelle an eine (bio)technologisch transformierende Entwicklung angeschlossen ist, deren Dimensionen sich gegenwärtig nur utopisch/dystopisch erahnen lassen.

Im Einzelnen werden Beiträge zu den nachfolgenden Themen erbeten. Die Beiträge können neben sexualmedizinischen und sexualwissenschaftlichen Ansätzen auch historisierenden, ebenso wie philosophischen, soziologischen, literatur- und kulturwissenschaftlichen oder psychologischen und psychoanalytischen folgen. Darüber hinaus sind jedoch auch eigene Vorschläge willkommen:

-          Kinderwunsch und Designerbaby oder die Utopien und Dystopien der Reproduktionsmedizin
-          Leben erschaffen oder die Verheißungen einer synthetischen Biologie
-          Die Evolution der technischen Mittel – Genbaukasten, Roboter-Ersatzteile, Stammzellen
-          Schöner neuer Mensch – das Versprechen der Schönheitsmedizin
-          Jeder Mensch ist anders – die Zukunft der personalisierten Medizin

-          Neue/alte Formen von Beziehung und Intimität oder Chancen und Risiken des Online-Dating und der damit verbundenen Entwicklungen
-          Das Sexuelle im Uncanny Valley der technologischen Utopien von Trans- und Posthumanismus
-          Der digisexuelle Mensch – sexuelle Erfahrungen ohne menschlichen Partner
-          Umkämpfte/fluide Geschlechterrollen, -bilder und Geschlechtsidentitäten

-          Vom Sexuellen zum Sex der Selbstoptimierung
-          Vom „Summer of Love“ zum Winter der „Pornographisierung“
-          Libidinöse Verhaftungen und Objektbesetzungen als alt-neue Herausforderung der Sexualtherapie und darüber hinaus
-          Sexuelles Begehren – Gegenstand therapeutischen Agierens oder Ressource gesellschaftlicher Veränderung?

Die Beiträge können als Aufsatz, Essay und Analyse wie auch als Relektüre exemplarischer Texte und Bücher eingereicht werden, sie sollten jedoch wissenschaftlichen Anforderungen genügen und entsprechend der Autorenhinweise der Sexuologie verfasst werden (http://www.sexuologie-info.de). Der Umfang kann ca. 40.000 Zeichen (einschließlich Leerzeichen und Literaturverzeichnis) betragen.

Interessierte Autorinnen und Autoren werden gebeten, einen Themenvorschlag mit Arbeitstitel und Abstract bis zum 15. Juni 2019 per eMail an die Redaktion der Sexuologie (sexuologie@dgsmtw.de) einzureichen. Die Redaktion entscheidet dann bis Ende Juni über die Annahme der Vorschläge. Der Termin, um die Beiträge einzureichen, ist spätestens der 30. September 2019. Das erste Heft wird Ende des vierten Quartals 2019 erscheinen, das zweite Anfang 2020. Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an: Rainer Alisch, sexuologie@dgsmtw.de.

Wir freuen uns auf Ihre Angebote und Beiträge.