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Mittwoch, 4. Januar 2012

Interview mit Richard Sennett

"Das ist ein wirklicher Wendepunkt"

01.01.2012 | 15:45 | von Thomas Seifert (Die Presse)
Der US-Soziologe Richard Sennett glaubt an die Renaissance des Handwerks und kritisiert, dass moderne Konsumenten Potenziale und nicht tatsächlich benötigte Waren und Dienstleistungen konsumieren.
Das Jahr 2011 war ein Jahr des Protests, der Umbrüche. Nicht nur in der arabischen Welt haben die Menschen gegen die herrschende Ordnung demonstriert, auch in Israel und den USA sind die Bürger auf die Straße gegangen. In Großbritannien kam es gar zu Plünderungen. Was geht in den westlichen Gesellschaften vor?
Richard Sennett: Was Großbritannien betrifft: Junge Menschen finden keine Arbeit, sie sind politisch nicht aktiv, weil sie nicht glauben, dass die Politik Probleme lösen kann. Die meisten jungen Menschen in Großbritannien blicken ihrer Zukunft recht apathisch entgegen. Sie sehen sich als verlorene Generation.

Die Occupy-Wall-Street-Leute machen die Banken als Hauptfeind aus.
Man darf es sich nicht zu leicht machen und einfach die Banken für alles Übel verantwortlich machen. Klar ist: Finanzkapital wertet den Faktor Arbeit ab. Das ist aber ein strukturelles Problem und weniger ein Phänomen der Kreditkrise. Die Menschen merken nun, dass dieses System Unsicherheit und Prekariat bringt. Das System generiert mehr und mehr Ungleichheit – die Mittelschicht stagniert, die Einkommen der obersten Spitze entwickeln sich sehr dynamisch, und unten fällt der Boden heraus.

In den USA sind die Einkommen des reichsten einen Prozent von 1979 bis 2007 um 275 Prozent gewachsen, die des ärmsten Fünftels nur um 18 Prozent. In Österreich ist die Einkommensungleichheit niedriger und die Schere geht auch nicht so weit auseinander.
Österreich hat mit der Sozialpartnerschaft ein ganz gutes, krisenresistentes Modell: Die Menschen haben ein höheres Maß an Jobsicherheit. Die niedrigere Jugendarbeitslosigkeit gibt jungen Menschen Zukunftschancen. Auch ist die Volkswirtschaft weniger auf das Finanzkapital fokussiert. Denn das ist die Krux: Ein auf Finanzkapital aufgebautes System ist an kurzfristigen Ergebnissen interessiert, die Unternehmen achten weniger auf langfristige Strategien. Dieses in den USA propagierte Wirtschaftsmodell erscheint übrigens seit 2008 viel unattraktiver.

Und was ist aus dem Amerikanischen Traum geworden?
Der ist ausgeträumt. Wenn Sie heute in Österreich, Deutschland oder Frankreich aufwachsen, dann haben sie es leichter, von unten nach oben – vom Tellerwäscher zum Millionär – aufzusteigen. Die soziale Mobilität ist in Europa heute viel größer als in den USA, das hat zuletzt eine Studie des Pew Charitable Trust gezeigt. Die Mittelschicht stagniert in den USA seit 30 Jahren, es wurden auch kaum Jobs in diesen Bereichen geschaffen. Und wenn Arbeitsplätze geschaffen werden, dann schlecht bezahlte Dienstleistungsjobs für Leute, die an der Supermarktkasse arbeiten und einem die Tüte füllen. Die Zahl der Klein- und Mittelbetriebe ist in den USA gesunken, das sind keine guten Voraussetzungen für den amerikanischen Traum. Die meisten Amerikaner sind nun übrigens aufgewacht, und es ist ihnen bewusst geworden: Amerika ist ein Land, dessen beste Zeit vorbei ist.

Wo bleibt das Positive?
Wir brauchen einen neuen sozialen Vertrag, der in unsere Zeit passt: Wir brauchen eine Gesellschaft, in der anerkannt wird, dass nicht alle Menschen zu jeder Zeit 100 Prozent produktiv sein können und müssen. Es gibt nämlich ein strukturelles Überangebot an talentierten, fähigen Menschen. Das hat mit dem technologischen Wandel zu tun, moderne Maschinen machen heute Dinge, die früher von Menschen billiger erledigt wurden. Im späten 19.Jahrhundert hatten die Menschen Angst, dass sie bald von Maschinen ersetzt werden. Doch diese Angst war unbegründet. Denn damals waren die Maschinen so teuer, dass es eine Zeit lang billiger war, den Arbeitern billige Löhne zu zahlen und vorerst auf die Automatisierung zu verzichten. Heute ist das nicht mehr der Fall. Ich bin immer noch ein ganz altmodischer Sozialist: Ich glaube, dass Arbeit dem Menschen Selbstwertgefühl und Würde gibt.

Seit der Öffnung Chinas Ende der 1970er-Jahre sind viele Jobs nach Fernost abgewandert. Manche meinen, die Krise des Westens habe ihren Ursprung eigentlich im Aufstieg Chinas, die Karten seien eben neu verteilt worden.
Das hat man in den 1980er-Jahren auch über Japan gesagt. Der Aufstieg Japans hat damals Währungskrisen ausgelöst. Aber Kapitalismus ist kein linearer Prozess. China wirkt heute sehr robust, gleichzeitig ist es aber sehr verwundbar, geradezu fragil: Es gibt enorme Ungleichheit, das Bildungssystem ist sehr wenig flexibel. Die Chinesische Kommunistische Partei ist sehr risikoscheu. Soweit ich das beurteilen kann, hat auch China eine Krisenphase vor sich.

Sie fordern, dass Arbeit wieder im Zentrum der Ökonomie und der Politik stehe.
Meine ganz persönliche Meinung: Menschen müssen einen Job ausüben können, den sie zumindest eine Zeit lang gerne machen. Deshalb habe ich vor einigen Jahren ein Buch mit dem Titel: „Handwerk“ geschrieben. Da geht es um mehr als um manuelle Arbeit. Es geht darum, dass Menschen arbeiten, nicht weil sie der nächste Bill Gates werden wollen, sondern weil sie Freude an ihrer Arbeit und am Produkt ihrer Arbeit haben.

Sie glauben, diese Art von Arbeit, aber auch eine andere Form des Konsums wären ein Serum gegen das Virus der Krise.
In so einer neuen Wirtschaftswelt wäre etwa Italien mit seiner noch immer lebendigen Handwerkskunst erfolgreich.
Wie sähe dieses neue Wirtschaften aus?
Man kauft sich nicht jedes Mal ein neues Mobiltelefon, nur um das neueste Modell zu besitzen, sondern man behält das alte, solange es gut funktioniert. Wenn man ein Auto hat, mit dem man zufrieden ist, behält man auch das. Aber für den modernen Kapitalismus wäre das mehr als fatal. Denn der basiert auf Verschwendung. Die meisten Menschen benützen nur zwischen zwei und fünf Prozent des Potenzials ihres Computers. Dennoch kaufen sie alle paar Jahre ein neues Modell, das noch schneller ist, das noch mehr Speicherplatz bietet. Wir konsumieren längst nur mehr Potenzial. Etwa beim Beispiel Smartphones: Wenn man tatsächlich die 50.000 existierenden Apps herunterladen würde, da würde man wohl verrückt werden. Aber es geht vielen Konsumenten darum, was sie tun könnten, und nicht darum, was sie tatsächlich brauchen. Man ist aber nicht nur Konsument, sondern vor allem Mensch. Als solcher sollte man sich fragen: Wie lebt man ein erfülltes Leben?

Konkret bedeutet das...
...es geht im Leben nicht nur ums Geld: Angenommen, jemand würde zu Ihnen sagen: „Warum geben Sie nicht einfach den Journalismus auf! Sie könnten mit etwas anderem viel mehr Geld verdienen.“ Würden Sie das machen?
Hm, schwierig zu beantworten. Kommt wohl auf die Alternative an.
(Lacht.) Das kann ich nachvollziehen. Was ich sagen will: Anstatt zu versuchen, dem Wachstum hinterherzurennen, müssen wir uns darüber klar werden: Was wollen wir besitzen? Was wollen wir produzieren? Womit wollen wir unser Geld verdienen? Das könnte auch ein zufriedeneres Leben mit sich bringen. Was mir an den Occupy-Wall- Street-Aktivisten aufgefallen ist: Sie haben die Hoffnung auf die Politik aufgegeben. Die Zivilgesellschaft gewinnt an Bedeutung, das Vertrauen in den Parteienstaat, in organisierte Formen der Politik, ist erschüttert. Das ist ein wirklicher Wendepunkt.

Im Moment hat der Begriff „Glück“ Konjunktur. Der Rat der Glücksforscher: Anstatt die Produktivität von Gesellschaften zu vergleichen, sollten die Soziologen und Ökonomen Zufriedenheit und Glück in verschiedenen Gesellschaften analysieren.
Mir ist der Begriff „Happiness“ zu kindisch. „Zufriedenheit“, damit kann ich mehr anfangen. Wir kommt man zur Zufriedenheit? Es geht um die Mentalität des Begehrens und des Handelns. Wenn man von „Begehren“ spricht, dann klingt das zwar so, als ginge es nicht um Politik. Tut es aber. Das ist dann so etwas wie Politik, die nach der Verzweiflung kommt. Jener Diskurs, der nach der Frage: „Und was nun?“ kommt. Wie bewegt man sich in einer Welt, von der man weiß, dass einen Machtstrukturen umklammert halten, die nur daran interessiert sind, die Bedürfnisse und Interessen des obersten Prozent der Bevölkerung zu befriedigen? Die Hoffnung darauf, dass einem die Politik bei der Beantwortung dieser Frage weiterhilft, ist verflogen. Also müssen die Menschen sich selbst an die Beantwortung dieser Frage machen.
Richard Sennett(geboren am 1.1.1943 in Chicago, Illinois) ist Soziologe an der New York University und der London School of Economics and Political Science.
In seinem jüngsten Buch „Handwerk“ (Berlin-Verlag, 2008) fordert er eine Rückbesinnung auf Leistungen der individuellen Arbeit. Die Produktionsbedingungen, die der Finanzkapitalismus vorgibt, weist der bekennende Linke Sennett zurück und fordert, die Arbeitsumstände für die Menschen so zu gestalten, dass Arbeiter und Angestellte ihre Tätigkeit möglichst gut zu verrichten trachten.
Zuletzt war Sennett auf Einladung des Bruno-Kreisky-Forums für internationalen Dialog in Wien.
© DiePresse.com

Montag, 29. August 2011

CfP: Sozialpsychologie des Kapitalismus heute – Kongress der Neuen Gesellschaft für Psychologie Zur Aktualität Peter Brückners 1. – 4. März 2012 in Berlin

Sozialpsychologie des Kapitalismus heute – Kongress der Neuen Gesellschaft für Psychologie
Zur Aktualität Peter Brückners
1. – 4. März 2012 in Berlin

„Arbeitskraftunternehmer“ unter hohem Flexibilitäts- und Anpassungsdruck einerseits, Arbeitslose und prekär Beschäftigte ohne Qualifikationsperspektive andererseits, Ökonomisierung aller Gesellschaftsbereiche, Bildung und Gesundheitswesen eingeschlossen, Öffentliche Armut und hochgradige Verschuldung gegenüber z. T. extremem privatem Reichtum kennzeichnen die kapitalistische Krisendynamik der Gegenwart.
Diese innergesellschaftliche Ungleichentwicklung und mehr noch die innereuropäische und globale Dynamik von Akkumulation und Verarmung produzieren Spannungen, die durch Politik und Medien in der Perspektive von Krise und Instabilität gehalten und in rechtspopulistische und rassistische Einstellungen gelenkt werden. Außenpolitisch wird damit militärische Intervention als „ultima ratio“ darstellbar.
Die Medien spielen dabei die Rolle der Diskurs- und Meinungslenker, Hersteller von Konsens (Chomsky). Sie besetzen den öffentlichen Raum, „beherrschen überall die öffentliche Kundgebung“. Dank ihrer Vermittlung werden „die Diskurse der politischen Klasse, der massenmedialen Kultur, und der akademischen Kultur miteinander verschmolzen in dem einen Punkt der größten Kraft, um die politisch-ökonomische Hegemonie und den Imperialismus zu sichern“ (Derrida 1993, S. 90 f.).
Dieser Diskurs operiert nach dem Prinzip des „Versteckens durch Zeigen“ (Bourdieu). Versteckt wird alles, was diese Hegemonie gefährden könnte, letztlich das Subjekt (der Macht), indem an seiner Stelle das einzelne Individuum vorgeführt wird. Es handelt es sich um „Psychologisierung“ der gesellschaftlichen Verhältnisse und Kämpfe. Zusätzlich verschleiert und damit verstärkt wird diese durch die Entgrenzung des Angebots von ineinander übergehender Information, Unterhaltung und Werbung, die sich zugleich ständig selbst dementiert, durch das Angebot interaktiver elektronischer Medien, die Erfahrungen und Reaktionen dort zu kommunizieren, wodurch zugleich die kommerziell interessierte und staatliche Überwachung und Beobachtung auf breiter Ebene möglich gemacht wird, ohne deren aktive Verleugnung die Individuen in ihrem Alltag kaum funktionsfähig wären.
Die Rolle der Psychologie in dieser Herstellung von Konsens, von Zustimmung zur Politik der Mächtigen ist unübersehbar. Sie begleitet in ihren Spielarten die Gleichzeitigkeit der Aufblähung und Entwertung von Subjektivität. Wir dürfen sie deshalb auch nicht bei der Analyse der gegenwärtigen Situation vergessen.
In diesem Horizont wollen wir den Kongress der Neuen Gesellschaft für Psychologie vom 1. bis 4. März nächsten Jahres dazu nutzen, den Faden des Denkens eines Psychologen wieder aufzugreifen, der vor mehr als einer Generation darum bemüht war, worum es uns auch heute geht: den gesellschaftlichen Gesamtzusammenhang von Ökonomie, Politik, Kultur, Soziales und Psyche zu denken: Peter Brückner (1922-1982).
Peter Brückner, dessen Todestag sich 2012 zum dreißigsten Mal jährt, steht für:
- Reflexives Durchdringen von Herrschaftsstrukturen und gesellschaftlichen
- Konfliktlagen unter einer auf Emanzipation gerichteten Perspektive
- das Insistieren auf der sozialen Frage und der Realität sozialer Klassen
- die Verbindung von Psychologie und Gesellschaftskritik, von Psychoanalyse und Marxismus
- das politische Mandat der Wissenschaft und die politische Verantwortung der Wissenschaftler
- eingreifendes Handeln aus dieser Verantwortung – aus dem Wissen und der Überzeugung, dass Geschichte von Menschen gemacht und damit veränderbar ist.

Die Neue Gesellschaft für Psychologie stellt sich mit ihrem Kongress 2012 die Aufgabe, das gesellschaftliche Gewaltverhältnis auch hinsichtlich seiner inhärenten Widersprüche und deren subversiven Potentials einer Analyse zu unterziehen, um die Voraussetzungen für die Wiederaneignung von enteigneten Lebensbedingungen zu schaffen. Damit wollen wir zugleich auch Peter Brückners Vermächtnis für die heutige Generation weiterdenken und nach den Möglichkeiten eingreifender Kritik fragen.

Wir laden dazu ein, entsprechende Themenvorschläge für Beiträge einzureichen (Titel und kurze Zusammenfassung, etwa 300 Wörter) bis 1. 10. 2011 (deadline) an: abstracts@kongress2012.ngfp.de

Wir wünschen uns Beiträge, die das Werk und die Haltung Peter Brückners der Vergessenheit entreißen, indem sie seine Gedanken und sein politisches Handeln darstellen, rekonstruieren, diskutieren, weiterführen.
Wir wünschen uns Beiträge zu aktuellen gesellschaftlichen Konflikt- und Problemlagen aus Psychologie und Gesellschaftswissenschaften, beispielsweise zu den Bereichen/Themen
- Hochschul- und Wissenschaftsentwicklung, innerpsychologische Kontroversen
- Gesundheitswesen und Psychotherapie
- Armutsentwicklung, Segregation und Migration
- Medien, Macht und Subjektivität

Donnerstag, 4. August 2011

Zum BEgriff "Fetisch" (Hannes Gießler, Raubt der Sache die gesellschaftliche Macht, 2011)

Welche Vorstellungen der Begriff des Fetischs auch heute wecken mag; als Marx ihn aufgriff, war dieser dem Portugiesischen entlehnte Begriff primitiver Kulturen vorerst nur gebräuchlich, um abergläubische Praktiken primitiver [sic!] Kulturen zu bezeichnen, also Praktiken, in denen Dingen Bedeutungen und Kräfte zugeschrieben werden , die ihnen nicht primär eigen sind. Marx bemühte diesen Begriff, um das Selbstbild der europäischen und amerikanischen Gesellschaft zu treffen: Ihre ökonomischen Verhältnisse sind alles andere als aufgeklärt, sie sind undurchsichtig. Dei Beteiligten tappen im Dunkeln, durch eine Dingwelt, bestehend aus den Fetischen Ware, Geld, Gold, Zins und Kapital. Ihre Bestimmungen können diese Fetische nur durch die Menschen erhalten haben, dennoch erscheinen sie übermächtig, nicht nur dem vereinzelten Einzelnen gegenüber, sondern in Weltwirtschaftskreisen plötzlich und unvorhersehbar der ganzen Menschheit." (S. 137)
Aus Decker et al. 2011, Geld - Kritische Theorie und psychoanalytische Praxis, Psychosozial-Verlag

Dienstag, 21. September 2010

Kongress der Neuen Gesellschaft für Psychologie | MACHT | KoNTroLLE | EVIDENZ |

| MACHT | KoNTroLLE | EVIDENZ |
| EVIDENZ | MACHT | KoNTroLLE |
| KoNTroLLE | EVIDENZ | MACHT |
Kongress der Neuen Gesellschaft für Psychologie
vom 3. bis 6. März 2011 an der Freien Universität Berlin

VorLäUFIGES ProGrAMM
• Viktoria Bergschmidt: »Interkulturelle Kompetenz« am Beispiel der Drogenhilfe – eine Kritik aus diskurstheoretischer Perspektive
• Christoph Bialluch: Werde Hysterisch!
• Klaus-Jürgen Bruder: Macht, Verleugnung und Therapie
• Almuth Bruder-Bezzel: Prekarisierung
• Markus Brunner: Psychologie und die Praxis der Emanzipation
• Niklas Alexander Chimiri: Ausbruch aus der hegemonialen Lesart, oder: Wie kann die alltägliche Nutzung von Massenmedien anders gedacht werden?
• Carmen und Martin Dege: Die Dialektik in der Moderne am Beispiel der Anerkennungstheorie
• Angelika Ebrecht-Laermann: »Woher, in aller Welt, der Trieb zur Wahrheit!«? – Zur Problematik von Wahrhaftigkeit und Wahrheit in der Psychoanalyse
• Miriam Anne Geoffroy: »Gesprengte Institution« unter Kontrolle?
• Stefanie Girstmair und Thomas Slunecko: »The Entrepreneurial Poor«
• Thomas Goes: Alltagsbewusstsein, soziale Deutungsmuster und Krisenhandeln
• Katharina Hametner, Stefanie Girstmair u.a.: Der gute und der böse orientale
• Jürgen Hardt: Über die gesellschaftliche Verantwortung der Psychotherapie
• Erich Kirchler: Macht des Staates und Vertrauen in den Staat als Determinanten der Kooperation
• David-León Kumrow: Neoliberale Hegemonie und Subjektivität
• Cécile Loetz und Jakob Müller: Das Psychologiestudium aus studentischer Perspektive
• Vanessa Lux:Verschiebungen im biologischen Determinismus: Konsequenzen für die
psychosoziale Praxis
Emilio Modena:Wirtschaftskrise und Sozialabbau: Der Psychoanalytiker als »Bourgeois« und als »Citoyen«
• Knuth Müller: In the line of duty. Psychoanalytiker und die USamerikanischen Geheimdienste
• Ernst Schraube: Soziale Symmetrie in der psychologischen Technikforschung
• Maja Tintor: Beschäftigte: Kostenfaktor oder Humankapital?
• Michael Wolf: Arbeitslose: Parias wider Willen. Politisch-psychologische Anmerkungen zum Staatsrassismus des Neoliberalismus

DEr AUSGANGSPUNKT
Zunehmende Armut aufgrund von Arbeitslosigkeit, prekären Beschäftigungsverhältnissen, bei gleichzeitig sich vergrößernder Kluft zwischen Arm und reich, zunehmende Unsicherheit der Lebensperspektive für einen immer größer werdenden Kreis der Bevölkerung, immer weiter eingeschränkte Teilhabe am kulturellen und politischen Leben, die einen Verlust an Demokratie und Partizipation bedeutet, Veränderung der Zugangswege zu interessanteren und besser bezahlten Berufen, die für einen immer größer werdenden Teil der Bevölkerung einer Verringerung der Chancen gleichkommt, solche Berufspositionen zu erreichen, Veränderung der Berufe selbst, Zunahme der Belastung, Abnahme der selbst erfüllenden Anteile, Veränderungen in der Arbeitsteilung der Geschlechter, überwiegend zulasten der Frauen, Zurückschrauben emanzipativer Perspektiven und Handlungsräume, Veränderungen im Bildungsbereich, Ausbildung, Erziehung, Verringerung der Zugangschancen für wachsende Bevölkerungsteile, Veränderungen der Gesundheitssysteme, Gesundheitspolitik, Familienpolitik, Altersarmut, Intergenerationenbeziehungen, Migration und Integration, zunehmende Militarisierung des Lebens, permanente Kriegsdrohung, bzw. Ausweitung der Bedrohung durch die Kriege überall, usw.
Diese gesellschaftlichen Veränderungen wirken sich zugleich auf die Arbeit der Psychologen aus, stellen eine Herausforderung für die praktisch arbeitenden Psychologen dar.
Sie schlagen sich in der Zunahme psychischer Problemlagen und nicht mehr zu bewältigender Störungen der psychischen Selbstregulation nieder. Zugleich handelt es sich bei den genannten Veränderungen nicht um die Auswirkung und Folgen bloßer – vielleicht notwendiger – Umstellungsprozesse, an die »der Mensch sich vielleicht anpassen « müsste, vielmehr sind diese Veränderungen »politisch« hergestellt.
Die »Verarmung« des Staates ist nicht die Folge einer nachlassenden Wirtschaftskraft, sondern der Senkung der staatlichen Einnahmen durch Senkung der Besteuerung der wirtschaftlichen Erträge.
Und: die Verarmung trifft nicht alle Teile der Bevölkerung gleichmäßig, sondern wird ungleich verteilt. Und diese Verarmung wird weiter gesteigert, indem nach demselben Mechanismus die ärmeren Bevölkerungsteile die »Löcher« im Staatshaushalt wieder zu füllen herangezogen werden.
Welche rolle übernimmt die Psychologie in dieser Lage, welches Menschenbild entsteht in dieser Zeit, wird propagiert, welche Strukturen werden gefördert und Kompetenzen gefordert?
Die Menschen, die in die bedrohlichen Zonen der Veränderung geraten, sind überfordert und zugleich allein gelassen - nicht nur, sondern zusätzlich belastet durch Stigmatisierung und Schuldzuweisung.
Das neue Menschenbild der neoliberalen Steigerung der Ungleichverteilung überträgt ihnen die Verantwortung für das, was die gesellschaftlichen Veränderungen ihnen zumuten, abverlangen.
Und: welche Feindbilder werden als negative Gegenidentifikation angeboten, den Enttäuschten und Gedemütigten vorgeworfen: durch die Medien, durch die Politik selbst, durch die Ökonomie und die Militarisierung und Verrohung des Alltags.
Wie verhält sich die Psychologie zu diesen Veränderungen, Entwicklungen und Folgen. Nimmt sie diese überhaupt wahr, ist sie in der Lage, Antworten zu geben oder auch nur erst zu suchen, die diesen Bedrohungen und realitäten einigermaßen gewachsen sind. In welchen Widersprüchen befinden sich die praktisch arbeitenden Psychologinnen und Psychologen? Sind die psychologischen Einrichtungen, Institutionen, Arbeitsmittel, Aufgabenstellungen, Arbeitsplatzbeschreibungen in der Lage, offen genug, solche notwendigen Antworten zu finden (oder schränken sie die Möglichkeit eher ein), welche Alternativen zur bisherigen Praxis, Haltung, Arbeit der Psychologie gibt es, sind zu entwickeln und durchsetzbar, können kritische Haltungen in der Praxis bewahrt, vertreten werden, kritische Inhalte umgesetzt werden.

Die Tagung wendet sich an praktisch arbeitende Psychologinnen und Psychologen in unterschiedlichen Arbeitsfeldern, an Mitglieder unterschiedlicher Berufsgruppen der psychosozialen Arbeit, an Studierende, Forschende und Lehrende der Psychologie und ihrer Nachbardisziplinen, sowie an Ausbildungskandidatinnen und Ausbildungskandidaten.

orGANISATorISCHES
Der Kongress beginnt am 3. März mit einer Abendveranstaltung, am 4. und 5. finden tagsüber die Vorträge, am 4. abends studentische bzw. berufspolitische Foren, am 5. der gesellige Abend, am 6. die Mitgliederversammlung der NGfP statt. Zertifizierung wird bei der Psychotherapeutenkammer Berlin beantragt. (Bei der Anmeldung bitte angeben, ob Bestätigung der Teilnahme gewünscht wird.)

Tagungsgebühren betragen bis zum 15.12.2010 für Studierende, Ausbildungskandidaten und Hartz IVEmpfänger 60€, für Mitglieder der NGfP 100€ und für Nicht-Mitglieder 160€, (inkl. zwei Essen und Getränken in den Pausen), für den geselligen Abend 35€, reduziert 25€, nach dem 15.12.1010 betragen die Tagungsgebühren 70€ für Studierende, Ausbildungskandidaten und Hartz IV-Empfänger, 120€ für Mitglieder und 190€ für Nicht-Mitglieder.
Anmeldung per Email bitte unter Angabe von Namen, Adresse und Status an folgende Adresse:
orga@2011.ngfp.de
oder per Post an:
Macht Kontrolle Evidenz – Kongressorganisation
z. Hd. Christoph Bialluch
Hobrechtstr. 69
12047 Berlin
Bankverbindung:
Berliner Bank, BLZ 100 200 00, Kto 368 233 300,
IBAN: DE62 100 708 480 3682333 00,
BIC-/SWIFT-Code: DEUT DE DB110
(Bestätigung der Anmeldung erfolgt nach Eingang der Überweisung)

Mittwoch, 7. Juli 2010

Krise, Kommune, Commons - Strategien der Transformation

Werftpfuhl 22.-26.9.2010

Eine Tagung von Helle Panke e.V. Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin und Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (BdWi).

Die Krise des neoliberalen Kapitalismus wird und wurde durch massive Verschiebung von gesellschaftlichem Reichtum zu Bankensektoren und Konzernen bearbeitet. Damit rücken Fragen der Organisation des Gemeinwesens in den Blick: wie ist es politisch verfasst, wie wird es finanziert, welche Vorstellungen vom Verhältnis von Einzelnen und Gesellschaft, von Demokratie und Teilhabe, von Öffentlichem und Privatem werden darin organisiert? Ein Kristallisationspunkt ist die Diskussion um „Staatsverschuldung“, die – zunächst vermittelt über Kritik an „griechischen Zuständen“, Behauptungen über Verschwendung und überhöhte individuelle und gewerkschaftliche Ansprüche – Zustimmung zu gesellschaftlichen Umbauprojekten von oben organisieren soll.
Mit der absehbaren Verarmung der Kommunen, Privatisierungen und Gebührenerhöhungen und dem Einfrieren von staatlichen Leistungen und „freiwilligen Staatsaufgaben“ werden die Kommunen und „das Öffentliche“ wichtige Orte von Auseinandersetzung. Zu fragen ist nach Konzepten linker Politik und Transformation, nach theoretischen Konzepten und Auswertungen von Erfahrungen von Strategien der Vergesellschaftung, von Gemeineigentum und demokratischer Kontrolle.

Tagungsleitung: Christina Kaindl

Anmeldung erforderlich, bitte an: info[at]helle-panke.de
Teilnahmebeitrag: 50 Euro inklusive Unterbringung und Vollverpflegung, 100 Euro im Einzelzimmer
Überweisungen an
BdWi
Volksbank Mittelhessen
BLZ: 513 900 00
Konto: 164 088 08
IBAN: DE69 5139 0000 0016 4088 08 BIC: VBMHDE5F

Programmablauf, Änderungen vorbehalten
Mittwoch, 22.9.
Mittagessen ab 12.30h, bitte bei Anmeldung mitteilen, ob gewünscht
14h Begrüßung und Eröffnung
14.30h
Sabine Nuss: Streit um Commons / Öffentlichkeit: zwischen Stabilisierung und Transformation des (neoliberalen) Kapitalismus
16.30h
Stephan Kaufmann: Staatsverschuldung: Ideologie und Gewalt
abends: Vorstellungsrunde, gemeinsames Kennenlernen
Donnerstag, 23.9.
9-11
Thomas Gehrig: Widerstand gegen privateigentümliche Verhältnisse: Wilderei, Holzdiebstahl und andere historische Formen
11-13
Ralf Hoffrogge: Die Bewegung der Räte. Ein Blick in die Geschichte
15-17.30
Sabine Reiner: Krise in den Kommunen. Auswirkungen von Wirtschaftskrise und Schuldenbremse.
Freitag, 24.9.
9-11
Jochen Becker: Kämpfe um Städte. Beispiele aus dem Handgemenge
11-12.30h
Sabine Horlitz: Right to the City und „Sozialismus in einer Stadt“?
15.30-17.30
Bernd Röttger: Regionale Sozial- und Wirtschaftsräte als gewerkschaftliche Transformationsstrategie?
19-21
Gemeinsame Diskussion: Perspektiven von Transformation?
Samstag, 25.9.
9-11
Thomas Sablowski: Krise, Krisenpolitik und die immanenten Transformationsstrategien der herrschenden Klasse
11-13
Karin Priester: Jenseits von Markt und Staat
15-17
Sabine Horlitz und Oliver Clemens: Commons und Architektur
19-21: Auswertungsdiskussion
Sonntag, 26.9.
9-11
Kristina Dietz: Sozialökologischer Umbau als Kampf um Commons? (angefr.)
11-13
Stefan Schmalz (et al): Selbstverwaltete Betrieben und solidarische Ökonomie in Lateinamerika: Gemeinsames Produzieren für den Markt? Chancen und Grenzen von Belegschaftseigentum

Samstag, 27. Februar 2010

Vortrag: Kritik – wie geht das? 04.03.2010 19:00 HS 1

Kritik – wie geht das?

Referent: Dr. Peter Decker (GegenStandpunkt)

04.03.2010 um 19:00 im HS 1 Neues Institutsgebäude  NIG) Universitätsstrasse 7, 1010 Wien

Kritik ist in der Demokratie nicht verboten. Sie wird auch nicht gefürchtet. Sie ist kein Privileg. Jeder kritisiert und beschwert sich.

Rundfunk und Fernsehen, Zeitungen, die freie Wissenschaft und die konkurrierenden Parteien machen es sich und ihrem Publikum geradezu zur Pflicht, kritisch zu sein. Man stört sich nicht daran, dass eine solche Pflicht Kritik zu einer Haltung erklärt, die immer und überall angebracht und berechtigt ist – als ob es nicht ein wenig davon abhinge, was einer vor sich hat, wenn er Einwände vorbringt. „Kritisch" zu sein, das wird zu einer subjektiven Einstellung relativiert, die man sich zulegt oder auch nicht, zu einer Art Voreingenommenheit, die sich gar nicht mehr aus der Kritikwürdigkeit des Gegenstands begründet, auf den sich der kritische Geist richtet.

Andererseits ist mit der Allgegenwart kritischer Einstellungen die begründete Ablehnung einer Sache – jenes theoretische Handwerk, das den Namen „Kritik" verdient – bemerkenswerter weise eher selten anzutreffen. An ihre Stelle tritt der Brauch, Gott und die Welt mit Verbesserungsvorschlägen zu überschütten. Rechte, linke und ganz normale Bürger üben sich in der Disziplin der konstruktiven Kritik, ganz als ob es logisch und zwingend wäre, dass aus Einwänden niemals die Ablehnung des Kritisierten, sondern stets dessen Vervollkommnung zu folgen hat. An allem, woran kritisch denkende Zeitgenossen Anstoß nehmen, wollen sie hilfreich mitwirken – wirklich an allem!

Da wird die Unfähigkeit von Sozialpolitikern kritisiert, die Lage der Armen zu verbessern, auch wenn die das   gar nicht versuchen. Professoren, Studenten, Journalisten, Gewerkschafter, Oppositionelle beteiligen sich konstruktiv in kritischer Solidarität an den „Problemen" der Universität, des Staatshaushalts, der Finanzkrisenbewältigung und des Krieges in Afghanistan usw. usf. Höchstens dort, wo es nichts zu kritisieren gibt, nämlich beim Wetter, wird Kritik kompromisslos: „Für die Jahreszeit zu kühl!"

Solche Kritik führt einerseits nicht dazu, dass die Gründe und Ursachen des Kritikablen nach und nach beseitigt werden, dass also die Verhältnisse in eine Richtung verändert würden, die alsbald die andauernde Kritik überflüssig machen würde. Andererseits richtet sie sich auch nicht gegen Staat und Gesellschaft, die den Einwohner allein auf diese (verfassungskonforme) Art des Kritisierens festlegen und einschwören.

Das liegt nicht an Kritik überhaupt, sondern an einer absurden demokratischen Kritik-Kultur. Die Bürger kritisieren, was das Zeug hält – aber auf recht eigentümliche Art und Weise: Sie üben sie so, wie sie  ich hier gehört – aber nehmen allzuoft vor lauter konstruktiv ihren eigenen gedanklichen Ausgangspunkt überhaupt nicht mehr ernst. Der Vortrag will darlegen, wie und warum Kritik regelmäßig entgleist und immer wieder bei der Bekräftigung des Kritisierten landet.

Freitag, 26. Februar 2010

psychosoziale Dekonstruktion im Neoliberalismus

eine Konferenz der rosa-luxemburg- stiftung nrw
Kooperationspartner: tacheles e. V. wuppertal, rosa luxemburg club düsseldorf e. V., rosa luxemburg club münster und Attac düsseldorf
Sa, 13. mÄrZ 2010
11:00 Bis 18:00 uhr
stAdtteilzentrum BilK
BAchstr. 145
40217 dÜsseldorf
roSa LUXEmBUrg STIFTUNg NRW

Psychische Faktoren und gesellschaftliche Verhältnisse stehen in einem engen Zusammenhang. Insbesondere der Stand der Produktivkräfte und die Produktionsverhältnisse in einer Gesellschaft haben Indikatorfunktion für die Art psychischer Dispositionen und psychischer Belastungen sowie die Qualität und Quantität psychischer Störungen, die in einer Gesellschaft beobachtet werden.
Mit der dritten industriellen – der digitalen – Revolution hat sich eine Schwerpunktverlagerung hin zu den bio-psychischen Produktivkräften ergeben. D. h. kooperative, kommunikative, kognitive und emotional-affektive Ressourcen sind zunehmend sowohl Mittel als auch Ziele neoliberal bestimmter Produktionsprozesse. Im Übergang vom Sozialstaatskapitalismus zum Neoliberalismus werden erhebliche psychosoziale Umstrukturierungen vorgenommen. Sozialstaatliche Errungenschaften werden abgebaut (Destruktion) und neue psychosoziale, für die Funktionsfähigkeit des Neoliberalismus erforderliche Ressourcen aufgebaut (Konstruktion). Beispiele hierfür sind unter anderem das Hartz IV-Fallmanagement (neoliberal-destruktiver Prozess des bewussten Abbaus menschlicher Ressourcen) sowie die Einführung der gestuften Studiengänge (neoliberal-konstruktiver Prozess des Aufbaus systemadaptiver Ressourcen).
Die eintägige wissenschaftlich-politische Konferenz thematisiert die Mechanismen psychosozialer Destruktion im Neoliberalismus und versucht, Zusammenhänge zwischen aktuellen gesellschaftlichen Verhältnissen und biopsychischen Funktionen Betroffener herzustellen, von dem psychischen Erleben und Befinden über Restriktionen der Handlungsfähigkeit bis hin zu basalen neurobiologischen Funktionen und Strukturen. Es sollen im Kreise von Experten aus verschiedenen Bereichen (Psychologie, Philosophie, Sprachwissenschaften, Neurobiologie, Psychiatrie-Erfahrene, Hartz IV-Betroffene, Sozialverbände, Politik) biopsychische Veränderungsprozesse unter den gegebenen Herrschaftsbedingungen kritisch diskutiert und Möglichkeiten des Widerstandes und der Entwicklung von Gegenstrategien aufgezeigt werden.

KontAKt, informAtionen und Anmeldung
Für diese Tagung wird eine Anmeldung (bei der RLS NRW) erbeten. Es wird kein Teilnahmebeitrag erhoben. Bei Bedarf wird eine Kinderbetreuung organisiert (Rückmeldung bis spätestens eine Woche vor Seminarbeginn).
Rosa Luxemburg-Stiftung NRW e. V.
Siegstr.15, 47051 Duisburg
Fon: 0203 / 3 17 73 92, Fax: 0203 / 3 17 73 93
post@rls-nrw.de, www.rls-nrw.de
Getränkeverkauf in den Pausen. Verschiedene Restaurants in unmittelbarer Nähe zum Tagungsort.
PressemAPPe, medienKontAKt
Doris.Petras@t-online.de, Fon: 02594 / 7 82 57 17
VerAnstAltungsort
Bürgerhaus Düsseldorfer Arcaden im Stadtteilzentrum Bilk
Bachstr. 145, Großer Saal, 40217 Düsseldorf
Das Bürgerhaus befindet sich rechts neben den Düsseldorfer Arcaden im „Stadtteilzentrum Bilk“, Eingang Bachstr. 145 (Schwimmbad), Aufzüge auf der linken Seite (2. Etage)

AnfAhrt
S-Bahn Haltestelle Bilk
Straßenbahn: 706, 707, 708, 712, 713
Bus: 835, 836, NE7 / S-Bahn: S8, S11, S28
PKW
Parkhaus Bachstr. 145
(Einfahrt bis 22.00 Uhr, Ausfahrt zeitlich unbefristet)
von der A3, A46, A57 über die Merowingerstr.
von der A52, A57 über die Merowingerstr.
von der A52 über das Mörsenbroicher Ei, B8 und Merowingerstr.
von der A52, A57 über die Rheinkniebrücke und Elisabethstr.

Montag, 1. Februar 2010

CfP: “The Dialectic”

Call for Papers
2010 Marxist Literary Group, Institute on Culture and Society
Special Topic: “The Dialectic”
Deadline for Proposals: February 15, 2010.

The 2010 Marxist Literary Group's Institute on Culture and Society
(MLG-ICS) will convene this summer in Antigonish, Nova Scotia, Canada,
June 15-20, on the campus of St. Francis Xavier University. The
(particularly timely) special topic of the 2010 ICS will be “The
Dialectic.”

The Institute will feature consecutive (as opposed to
parallel/simultaneous) sessions, consisting of traditional panels,
roundtables, film screenings, performances, and social events.
Additionally, intensive daily reading and discussion groups will be held
on “Adorno and the Materialist Dialectic” led by Rich Daniels, on Fredric
Jameson’s Valences of the Dialectic led by Nicholas Brown, and on other
facets of dialectical thought (volunteers are invited to submit proposals
for further reading groups).

Well-known for its intellectual rigor and collegial atmosphere since being
founded by Fredric Jameson and a number of his graduate students in
1969/70, the ICS brings together emerging and established scholars each
year for 5 full days of dialogue and collaboration. As is custom, the
Institute’s organizers attempt to keep critical production high and
participants’ costs low. In 2010, participants will, once again, be able
to select from several on-campus housing options, which at StFX are
cost-efficient, new and beautiful, and will contribute to the friendly and
social environment the Institute thrives upon. Housing options include
individual rooms, shared apartment-style residences, hotel-style
residences, and more—each option will include generous common spaces and
close proximity to the conference center. Detailed information regarding
housing, travel, and further logistics will be sent out to all
participants. For general information on St. Francis Xavier University,
Antigonish, Nova Scotia and the facilities the Institute will utilize,
see: http://stfx.ca/ (StFX has just launched a new
website, so please excuse potential glitches as our webmasters streamline
content and infrastructure).

Confirmed speakers for the 2010 ICS include:

Ian Balfour (York University)
Karyn Ball (University of Alberta)
Timothy Bewes (Brown University)
Nicholas Brown (University of Illinois at Chicago)
Eric Cazdyn (University of Toronto)
Ainsworth Clarke (University of Illinois at Chicago)
Rebecca Comay (University of Toronto)
Rich Daniels (Oregon State University)
Len Findlay (University of Saskatchewan)
Barbara Foley (Rutgers University)
Jason Gladstone (Wake Forest University)
Peter Hitchcock (City University of New York)
Neil Larsen (University of California, Davis)
Leerom Medovoi (Portland State University)
Justin Paulson (Carleton University)
Modhumita Roy (Tufts University)
Imre Szeman (University of Alberta)
Daniel Worden (University of Colorado)

(this is only a preliminary list)

The organizing committee is now accepting proposals for individual
presentations and panels (3 presentations plus respondent/4
presentations). We are particularly interested in work that engages with
any facet of dialectical critique and dialectical thought (including
antecedents and rigorous refutations thereof). However, as always, any
work that engages seriously with the Marxist tradition will be considered.
Selected papers of each Institute will be published in Mediations, the
journal of the Marxist Literary Group (http://mediationsjournal.org/). As indicated above, we also accept
proposals for reading groups, roundtables, film screenings, and cultural
performances that deal with the Institute’s special topic.

Proposals for individual papers should be 250 words in length, include A/V
requests (if necessary), a short bio sketch, and contact information.
Panel proposals should include a brief rationale for the panel (100 words
or less), bio sketch and contact information of the panel organizer, as
well as presenters' names, bio sketches and contact information, paper
titles, and abstracts of no more than 250 words each. Proposals for all
other events should follow the same formula (descriptions should also not
exceed a length of 250 words for each presenter/performer). Please send
submissions as .doc, .docx, or .pdf files by Monday, February 15, 2010 to:
2010mlgics[at]gmail.com.

For questions about the ICS, logistics, travel and other concerns,
contact: nilgesm[at]gmail.com

Dienstag, 26. Januar 2010

Wissenschaft und Emanzipation - Begriffsbildung der kritischen Theorie

Veranstaltungshinweis

Im Rahmen des Bildungsstreiks Frankfurt

Fr 12.02., ab 12.00 Uhr, Studierendenhaus (Bockenheim) Frankfurt:
Workshoptag „Materialistische Analyse von Bildung und Wissenschaft II“

mache ich von 16 bis 18 Uhr mit interessierten StudentInnen den Workshop:

Wissenschaft und Emanzipation - Begriffsbildung der kritischen Theorie

Fraglosigkeit, mit der Wissenschaft sich ihrem Gegenstand zuwendet, offenbart ihr affirmatives Interesse. Indem sie lediglich Fakten assoziert und verallgemeinert, verfolgt sie blind die allgemeine Notwendigkeit, den Fortbestand der bestehenden Verhältnisse zu sichern. Wissenschaft, die nicht als fragendes Subjekt kenntlich ist, kann Objektivität nur durch eine Objektivität erklären, die unendlich bestimmt - also endlos - wirken soll und dem Subjekt immer überlegen bleibt.

Kritische Theorie hinterfragt solche natürlich scheinende Wirklichkeit und geht von einem erkennenden Subjekt aus, das sich seiner Welt gewiss werden muss, weil diese seine Selbstgewissheit enteignet, ihm als objektive Macht begegnet, subjektiv Entfremdung betreibt.
In diesem Workshop geht es um die kritische Begriffsbildung einer emanzipatorischen Wissenschaft. Am Beispiel des Wertbegriffs im “Kapital“ von Karl Marx zur Grundlegung einer Kritik der politischen Ökonomie wird eine Wissenschaftlichkeit vorgestellt, deren grundlegende Implikation eine praktische Position der Emanzipation der Menschen vom Kapitalismus ist. Diese Art der Begriffsbildung, welche ihren Ursprung in einer Philosophie der Entfremdung hat, wird auf kritische Begrifflichkeit überhaupt übertragen. Es werden damit die Grundlagen einer Logik beschrieben, welche in einer Dialektik abstrakter Formbestimmungen aufgeht, die durch inhaltliche Bestimmtheit überwindbar werden.


Parallel zu diesem Workshop wird mit selbem Thema Radio Lora (München, 92,5 kHz) 19 bis 20 Uhr senden.

Text und Sendung werden dann auch auf http://kulturkritik.net/ zu lesen/hören sein.

Mittwoch, 20. Januar 2010

Call For Papers (Extended Deadline) Marxism and Psychology Conference

In order to encourage more submissions
for the conference, we have decided to extend the deadline to February 1,
2010. Please find below the extended call (including plenary bios). Please
distribute this call as widely as possible.

Call For Papers (Extended Deadline)

Marxism and Psychology Conference

The University of Prince Edward Island
August 5-7, 2010
Website: http://vre.upei.ca/mprg/
Contact: marfken[at]upei.ca

Submission Deadline: February 1, 2010 (Extended Deadline)

In the history of social thought, it is difficult to find a more divisive
figure than Karl Marx. For many, the mere mention of his name conjures up
images of totalitarian regimes dominating nearly every aspect of an
individual’s existence. Yet for others, Marx’s critique of the capitalist
mode of production draws attention to the fact that our beliefs, thoughts,
and desires inevitably emerge against the background of specific cultural,
historical, and social practices.

The purpose of this conference is to bring students, scholars, and
activists together to discuss exciting issues at the intersection of
Marxism and Psychology. While it is clear that a number of organizations
are making important contributions to this area of study, we believe that
the time is right to open up a space for students, scholars, and activists
from a variety of disciplinary backgrounds to reflect on the role that
Marxism can play in psychological theory, research, and practice.

In bringing together scholars at the forefront of research in Marxism and
Psychology, we also hope to give new students and activists an opportunity
to interact with individuals who have made significant contributions
within this area. By organizing an impressive collection of plenary
participants, we hope to foster an environment where students, activists,
and scholars can identify potential graduate advisors, research
assistants, and participatory investigators. This year, confirmed plenary
participants include:

Kum-Kum Bhavnani is Professor of Sociology, Women's Studies and Global
Studies at the University of California at Santa Barbara, where she also
chairs the minor in Women, Culture, Development. Her Undergraduate
(Bristol) and Masters (Nottingham) degrees are in Psychology, while her
PhD (King's College, Cambridge) is in Social and Political Sciences. For
the past 25 years, Kum-Kum has built on her passion for critical/Marxist
psychology and ethnography, and presently works in cultural studies,
women's studies, and Third World Development Studies. Her recent work
includes a 2006 feature length award-winning documentary film, The Shape
of Water narrated by Susan Sarandon, which reveals the intimate stories of
women in Brazil, India, Jerusalem and Senegal as they create social
justice.

John Cromby is a Senior Lecturer in Psychology at Loughborough University
UK. His PhD was from the University of Nottingham Medical School, and he
has worked in drug addiction, learning disability and mental health
settings. His current research explores the interpenetration of the body
and social influence, with a frequent focus on emotion, affect and feeling
and with respect to such substantive topics as ‘depression’, ‘paranoia’
and chronic fatigue syndrome. His political sympathies lie with the
libertarian socialist milieu, and he has been particularly influenced by
Debord, Vaneigem, Holzkamp, Vygotsky and Foucault, as well as Marx. He is
a co-editor of the journal Subjectivity

Raquel Guzzo originally graduated from Pontifical Catholic University of
Campinas, Brazil with a degree in Psychology. She went on to complete her
Masters and Doctorate in School Psychology at the University of São Paulo
with a post-doctorate in Prevention at the Center for Community Studies at
the University of Rochester, USA. She is currently a Professor of
Psychology at the Catholic University of Campinas and a member of the
International Committee for Liberation Social Psychology. She also leads a
research group on psychological intervention, subject, and liberation
supported by the National Council of Research.

Lois Holzman is a Marxist activist/scholar who has worked for 30 years to
build bridges between university-based and community-based practices,
bringing the traditions and innovations of each to the other. She is
co-founder (with Fred Newman) and director of the East Side Institute for
Group and Short Term Psychotherapy in New York City. As leading proponents
of a cultural approach to human learning and development, they have made
the insights and discoveries of Lev Vygotsky, Karl Marx and Ludwig
Wittgenstein relevant to the fields of psychotherapy, youth development,
education and organizational and community development in their ongoing
work to create a postmodernized Marxist methodology, known as social
therapeutics. As author, lecturer and trainer, Holzman is in the thick of
debates among Marxists, postmodernists, activity theorists, critical
psychologists and other philosophically and politically informed scholars
on how to transform psychology into a radically humane and empowering
practice. Her latest book, Vygotsky at Work and Play, relates the
discoveries and insights of Vygotsky to ordinary people and their
communities and shows performance methodology at work in key learning
environments: psychotherapy, classrooms, out-of-school youth programs, and
the workplace.

Gordana Jovanovic is Associate Professor of Psychology at the Department
of Psychology, Faculty of Philosophy, University of Belgrade, Serbia. She
received her PhD from the University of Belgrade where she has taught
courses in the History of Psychology, General Psychology, Personality
Theory, and Qualitative Research. She was awarded a grant by the Alexander
von Humboldt Foundation (Germany) for her research stays at the Johann
Wolfgang Goethe University in Frankfurt and the Free University in Berlin.
She was also awarded a study visit grant by the British Psychological
Society. She is the author of Simbolizovanje i racionalnost, 1984 (in
Serbian, Symbolization and Rationality) and Frojd i moderna subjektivnost,
1997 (in Serbian, Freud and Modern Subjectivity) and various contributions
in German and English. Her current research and writing interests are in
the areas of alternative scientific approaches, with an emphasis on the
critical examination of the role of social sciences, particularly
psychology in reproducing and strengthening existing structures of
exploitation and subjugation of people. In both her teaching and research,
she emphasizes the importance of developing psychology as a critical human
science. She is member of the International Network of Engineers and
Scientists for Global Responsibility (INES) Executive Committee since 2003
and vice-chair since 2005.

Athanasios Marvakis is a German educated psychologist (University of
Tübingen) and since 2007 Associate Professor in Clinical Social Psychology
at the School of Primary Education of the Aristotle University of
Thessaloniki/Greece. His interests revolve around psychology and its
relations with the various forms of social inequalities and social
exclusion (e.g., racism, nationalism, ethnicism, multiculturalism),
including youth as a social group (political orientations, youth and
racism in Europe) and migrants in Greece. The last years he has started to
be engaged in the critical psychology of the “schooling-complex”.

Morten Nissen is Senior Lecturer / Associate Professor at the Department
of Psychology, University of Copenhagen, in community and educational
psychology. His research is about forms of collectivity in connection with
practical intervention. Theoretically, subjectivity is regarded as a
participatory relationship (I and we) that is constituted and develops in
various kinds of production - meaning both creation and staging.
Empirically, the field is social work with young people using drugs and/or
other kinds of crisis or problems. This is connected with methodological
reflections on practice research viewed as the social production of
prototypes in which psychology and other disciplines participate. This
approach is developed from the cultural-historical tradition’s
continuation as critical psychology, inspired by much social theory that
takes up the Hegelian-(or anti-Hegelian)-Marxist legacy of an epistemology
of practice. Morten takes this to be a politicizing and trans-disciplinary
approach to issues that people define as psychological. Morten is editor
of the open access journal Outlines – Critical Practice Studies and member
of the executive committee of ISCAR.

Ian Parker is Professor of Psychology in the Department of Psychology at
Manchester Metropolitan University (MMU). He was co-founder in 1991, and
is currently co-director (with Erica Burman) of the Discourse Unit at MMU
([ http://www.discourseunit.com/ ]www.discourseunit.com). His research and
writing has been in the field of psychoanalysis, psychology and social
theory, with a particular focus on discourse, critical psychology, mental
health and political practice. He co-edited (with Russell Spears) the
edited volume on Marxism and psychology, Psychology and Society: Radical
Theory and Practice (Pluto Press, 1996), and Marxism underpins his
critique of psychology in Revolution in Psychology: Alienation to
Emancipation (Pluto Press, 2007).

Carl Ratner is a cultural psychologist who uses Marxism as his cultural
theory. He shows how Marxist cultural theory generates unique insights
into culture and into the relation between culture and psychology. Carl
also explores political aspects of psychological theories and
methodologies, and he shows how political insights illuminate scientific
aspects of the theories and methodologies. He has critiqued scientific and
political shortcomings of mainstream psychology, evolutionary psychology,
cross-cultural psychology, positivistic methodology, post modernism, and
individualistic-subjectivistic approaches to cultural psychology. Carl
utilizes the theory of Vygotsky to extend Marxist cultural theory to
psychology. His latest book is Cultural Psychology: A Perspective on
Psychological Functioning and Social Reform (LEA). His forthcoming book is
Macro Cultural Psychology: A Political Philosophy of Mind (Oxford UP).

Hans Skott-Myhre is an interdisciplinary cultural theorist whose primary
research area is the development of models of child and youth work that
promote new political possibilities for youth-adult collaboration that
challenge global capitalist empire. His research includes the
investigation of new forms of community, identity, body practices, and
creative expression that hold potential for resistance or flight for youth
and adults working towards common political purposes.

Thomas Teo is Associate Professor in the History and Theory of Psychology
Program at York University and current editor of the Journal of
Theoretical and Philosophical Psychology. He has published historical and
theoretical articles in Theory & Psychology, New Ideas in Psychology,
Canadian Psychology, Journal of the History of the Behavioral Sciences,
History of Psychology, History of the Human Sciences, etc. The Critique of
Psychology: From Kant to Postcolonial Theory, his latest monograph, was
published in 2005. Varieties of theoretical psychology: International
philosophical and practical concerns, his latest co-edited book, was
published in 2009. He analyzes the historical and theoretical foundations
of psychology based on critical-hermeneutic reconstructions. His critical
studies focus on scientific racism in the human sciences, on the concept
of epistemological violence, and on the critique of ideology in psychology.

We welcome submissions for individual papers and panel sessions. For
individual papers, please submit an abstract (150-200 words) no later than
February 1, 2010. For panel submissions, please include an abstract
(150-200 words) for each paper as well as a brief description of the panel
(150-200 words). Please submit all materials to [ mailto:marfken@upei.ca
]marfken@upei.ca. Abstracts should either be in the body of the email or
sent as an attachment (DOC or PDF format).

For further information, please visit the conference website: http://vre.upei.ca/mprg/

Sincerely,

Michael Arfken, PhD.
Director, Marxism & Psychology Research Group (MPRG)
Department of Psychology
University of Prince Edward Island
marfken[at]upei.ca

Donnerstag, 5. November 2009

Veränderte Subjekte – Subjekte der Veränderung

Subjekte, Subjektivität und Subjekttheorien in der Krise

Tagung von Loccumer Initiative und Helle Panke e.V., Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin, 4.-5.12.2009
Veranstaltungsort: Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin

Im Zentrum der Tagung stehen Subjekte und kritische, emanzipatorische Konzeptionen von Subjektivität: Welche Anforderungen werden in den sich verändernden gesellschaftlichen Verhältnissen an die Subjekte formuliert, wie werden sie vermittelt und umkämpft, welche
Widerstandspotenziale bieten sie und wie wandeln sie sich in der Krise (des Neoliberalismus)? Wie lässt sich das Verhältnis von Individuen und Gesellschaft theoretisch fassen, ohne die Subjekte unter der Hand zu bloßen Effekten von ökonomischen
Prozessen und Herrschaftstechniken werden zu lassen? Welche Verschiebungen lassen sich im traditionellen Mainstream der Individualwissenschaften rekonstruieren?

Die Struktur der Tagung ist nach Panels organisiert und soll die Möglichkeit gemeinsamer Diskussionen fördern. Ein Einreichen der Beiträge im Vorhinein wäre wünschenswert um
einen Reader zum download zur Verfügung zu stellen, damit die TeilnehmerInnen Möglichkeit zur Vorbereitung haben.

Tagungsleitung: Christina Kaindl und Margareta Steinrücke

Auftakt:
Freitag, 19h
Wie das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft denken? Handlungsfähigkeit in der Krise? Zur Aktualität Kritischer Psychologie (Christina Kaindl)
Kritische Gesellschaftstheorie und neue Zumutungen für die Subjekte (Tatjana Freytag)

Sa 10h
Neue Subjektivierungen – neue Subjektivitäten? Subjektivierung der Arbeit, Krise der Selbststeuerung? (Frank Kleemann)
Mediale Kämpfe ums Subjekt (Janek Niggemann)
Subjektivierung im Sport (Nils Baratella)

Sa 14h
Verschiebungen im traditionellen Subjektverständnis Biologisierung von Sunbjektivität. Konjunkturen der Gene (Vanessa Lux)
Depression als Krankheit unserer Zeit? Eine kritische Auseinandersetzung mit Alain Ehrenberg (Marcus Hawel)
Subjekt der Beratung - Gouvernemedialität der Wissensgesellschaft (Boris Traue)

Sa 17.30h (bis gg. 20.30h)
Perspektiven des Widerstands zwischen Selbstermächtigung und Solidarität
Widerstandspotenziale: Organizing im Niedriglohnbereich (Catharina Schmalstieg)
Potenziale von Organisierung in Pflege-, Sorge- und Hausarbeit (Iris Nowak)
Veränderungen des Klassensubjekts - Neue Klassensubjekte (Christoph Spehr)

Um Anmeldung wird dringend gebeten, damit die Verpflegung geplant werden kann unter: info[at]helle-panke.de.
Ein Reader kann im Vorfeld elektronisch angefordert werden.
Eintritt für beide Tage: 7 Euro, Verpflegung eingeschlossen.

Freitag, 18. September 2009

Herbstakademie 2009: MARX NEU ENTDECKEN

29.09. bis 1.10. HU Berlin

mit Michael Heinrich, Morus Markard, Nadja Rakowitz u.a.

Die Linke.SDS lädt alle Interessierten zur Herbstakademie „Marx neu entdecken“ an der Humboldt Universität Berlin ein.

Nachdem sich bundesweit knapp ein Jahr lang, viele Lesekreise mit dem Marxschen Kapital beschäftigt haben, gibt es eine Konferenz zur Auswertung. Auch andere Lesekreise die nicht an der bundesweiten Vernetzung beteiligt waren, sind natürlich eingeladen.

Für alle neu Interessierten gibt es parallel extra EinsteigerInnen-Workshops! Das kann eine gute Vorbereitung für diejenigen sein, die im Wintersemester damit beginnen wollen, an ihrer Uni einen Lesekreis zu organisieren."

Weiteres unter: www.marx-neu-entdecken.de 

Montag, 14. September 2009

Krise – Kapital – Kämpfe: Nach dem Neoliberalismus?

Tagung von BdWi und Helle Panke e.V. in Werftpfuhl, 30.9.-4.10.2009

Mit der Erschütterung des globalen Bankensystems ist die Krise in die öffentliche Wahrnehmung gerückt. Die Erfolgsrezepte neoliberaler Politik und Wertschöpfung, der Diskurs der Freiheit des Marktes vom Staat sind – zumindest zwischenzeitlich – auf dem Rückzug. Stattdessen wird nach der Finanzierung des Staates zu Gunsten von Banken und großen Unternehmen gerufen, Konjunkturprogramme und Konsumzuschüsse sollen „die Wirtschaft“ ankurbeln. Keynesianische Konzepte scheinen aus den Hauptquartieren des Neoliberalismus zu tönen.
Ob mit der neoliberalen Regulation auch die hoch-technologische Produktionsweise – oder gar der ganze Kapitalismus – in die Krise geraten ist, ist umstritten. Unklar ist auch, ob die Krisenbewältigung wiederum zu einer Erneuerung des Neoliberalismus oder zu seinem Ende führen wird. Beides wird auch Ergebnis von politischen Auseinandersetzungen und Kämpfen sein – zwischen verschiedenen Fraktionen des Kapitals und als Ergebnis von Widerstand, der sich von unten – und/oder von links – bilden könnte.
Welche Szenarien der Krisenbearbeitung gibt es? Stehen wir am Anfang eines „Post-Neoliberalismus“? Welche Krisentheorien sind geeignet, die Situation zu analysieren? Welche Kapitalfraktionen liegen im Streit, welche Transformationskonzepte von Seiten der Gewerkschaften und der gesellschaftlichen Linken? Die „Rettungspackete“ haben in den meisten Ländern demokratische Entscheidungsfindungen umschifft – gibt es Chancen für eine Ausweitung der Demokratie in der Krise? Werden die Subjektanforderungen des Neoliberalismus zurückgewiesen, lassen sich neue Solidaritäten bilden?

Die Struktur der Herbstakademie ist stark auf die Beteiligung aller Anwesenden, auf Textarbeit und Diskussion in Arbeitsgruppen angelegt. Die Tage beginnen mit einem Grundlagenreferat, zu dem sich unterschiedliche AGs und Lesegruppen bilden, die am Abend zu einer gemeinsamen Diskussion (mit den Referentinnen und Referenten) zusammenfinden. Für die Teilnehmenden wird ein Reader mit Literatur erstellt werden.

Themen:
30.9.: Eine neue Produktionsweise? Ursachen der Krise und Szenarien ihrer Bearbeitung.
(Frank Deppe)
1.10.:
Umbau der Demokratie und des Staates im „Post-Neoliberalismus“. Perspektiven für einen Kampf um Demokratisierung von Wirtschaft und Gesellschaft aus der Krise (Alex Demirovic)
2.10.:
Green New Deal? Perspektiven und Probleme eines neuen Kapitalismus, Linien der neuen Kämpfe zwischen Nachhaltigkeit, Ernährungssicherheit und In-Wert-Setzung des Lebens (Frieder Otto Wolf)
3.10:
Gewerkschaften in der Krise – Fallen der Krisenanalysen und politische Perspektiven der gewerkschaftlichen Kämpfe zwischen Konversion, politischem Streik, Co-Management und Korporatismus. (Bernd Röttger)
4.10.
Kämpfe ums neue Subjekt? Können Subjektanrufungen aus dem Neoliberalismus kritisch gewendet werdet und neue Handlungsfähigkeiten in der Krise entwickelt werden? Wie könnten Träger eines neuen gesellschaftlichen Projekts zusammenfinden? (Christina Kaindl)

Diskussionen:

1. Wie weiter nach dem Bildungsstreik? Aktivistinnen und Aktivisten werten die Aktionen aus und diskutieren über Perspektiven weiterer. (Torsten Bultmann, Jan Latza)

2. Auswertung der Bundestagswahl – Perspektiven für linke Gegenhegemonie

Arbeitsgruppen (wird weiter ergänzt):
1.„So wie du bist, bleibst du nicht.“ Die Frage nach dem Fortbestand des Neoliberalismus in den alltäglichen Kämpfen um eine neue Lebensweise. (Janek Niggemann)

Wie schnell verändern sich Gewohnheiten, Überzeugungen, Denkweisen und Emotionen, wenn sich massive politische und ökonomische Umbrüche vollziehen? Finden die aktuellen Krisenprozesse ihre Entsprechung im Bereich des Alltäglichen, der Lebensweise? Gibt es schon eine veränderte kulturelle Bearbeitung der sich verschärfenden sozialen Widersprüche? Oder hat sich das Projekt Neoliberalismus massiv in den Denkweisen und Handlungsgründen alltäglicher Praxis eingeschrieben? Was bedeutet das für die mögliche Akzeptanz der sich anbahnenden Krisenlösungen? Führt die Anforderung, sich beständig neu zu erfinden, eigene Gedanken und Gefühle effizient in Selbstausbeutung zu mobilisieren zu einer breiten Akzeptanz autoritärer Krisenlösung? Lassen sich bereits Ansätze erkennen, die über die bestehenden Spaltungen hinweg ein gegenhegemoniales Projekt darstellen könnten?

Literatur: Angela McRobbie: Make-Over-Zv und postfeministische symbolische Gewalt. In: Volker Woltersdorff und Robert Schmidt (Hg.): Symbolische Gewalt. Herrschaftsanalyse nach Pierre Bourdieu, 169-194

2. Gramsci und die Krise (Flo Becker):
„Ausgeschlossen kann werden, dass die unmittelbaren Wirtschaftskrisen von sich aus fundamentale Ereignisse hervorbringen; sie können nur einen günstigeren Boden für die Verbreitung bestimmter Weisen bereiten, die für die ganze weitere Entwicklung des staatlichen Lebens entscheidenden Fragen zu denken, zu stellen und zu lösen.“
Antonio Gramsci, Gefängnishefte, 13.Heft, § 17

Die Arbeitsgruppe untersucht anhand von Originaltexten von Gramsci, was sich aus seinem Verständnis über den Zusammenhang von Ökonomie, Politik und Hegemonie über Verlauf und politische Bearbeitungen lernen lässt und fragt nach Konsequenzen für eine linke Perspektiven in den aktuellen Krisendebatten und –protesten.

3.Subjekte und Subjektwissenschaften in der Krise (Christina Kaindl)
In der aktuellen Debatten werden häufig determinierende Verbindungen von ökonomischen und politischen Konstellationen zu den Einzelnen gezogen: es geht um „Auswirkung“ der Krise auf die Menschen, die „Nachwirkungen“ neoliberaler Subjektanforderungen und warum sie dazu führen, dass „die Menschen“ sich nicht wehren, ob „es losgeht“, wenn „die Krise bei den Menschen angekommen ist“. In der Arbeitsgruppe wird nach einem anderen Verständnis vom Zusammenhang von Struktur und Handlung gefragt werden. Einige Grundlagen Kritischer Psychologie werden zur Diskussion gestellt und auf ihre Brauchbarkeit in den aktuellen Krisendebatten befragt.

4. Perspektiven der Mosaik-Linken
Hans-Jürgen Urbans Konzept einer „Mosaik-Linken“ soll dazu dienen, jenseits der gegenseitigen Blockaden von gewerkschaftlicher, Bewegungs- und Partei-bezogener Linker zu überwinden und die jeweiligen organisatorischen und kulturellen Traditionen als „Ressource“ für eine gemeinsame Handlungsfähigkeit zu betrachten. In der Arbeitsgruppe wird nach möglichen gemeinsamen Transformations-Perspektiven der verschiedenen Akteure gefragt. Beleuchtet wird auch die gegenseitige Blockade von Parlamentarismus-Kritik in der Bewegungslinken und Bewegungs-Skepsis in vielen parlamentarischen Orientierungen.

Literatur:
Urban, Hans-Jürgen, 2009: Die Mosaik-Linke. Vom Aufbruch der Gewerkschaften zur Erneuerung der Bewegung, in: Blätter f. dt. u. intern. Politik, H. 5, 2009, 71-8
Becker, Florian, und Christina Kaindl, 2009: Widersprüche der Mosaik-Linken. Perspektiven der Krisenproteste. In: Luxemburg. Gesellschaftsanalyse und linke Praxis, Heft 1
Riexinger, Bernd, 2009: Perspektiven des Protestes. Wie weiter nach den Demonstrationen in Frankfurt und Berlin?, in: Sozialismus, H. 7/ 2009


5. „Emanzipier dich gefälligst!“- Der Anspruch auf befreiende Veränderung und die Unmöglichkeit, ihn als Lernziel für andere zu setzen.

Linke und emanzipatorische Ansätze setzen auf Bildung und Erziehung. Dass die Veränderung der Umstände nicht ohne die Selbstveränderung der Menschen zu haben ist, gilt vielen als Konsens. Aber wie wird in Konzepten, Methoden und konkreter Praxis damit umgegangen, dass die Perspektive der Selbstveränderung den Teilnehmenden nicht "beigebracht" werden kann? Warum wehren sich Lernende zurecht gegen fremdgesetzte Lernziele, auch wenn es inhaltlich richtig ist, Befreiung und Emanzipation erreichen zu wollen? Die Kritische Psychologie bietet viele Kategorien und Argumente, um Bildung, Erziehung und Selbstbestimmung zu denken und bestehende Ansätze auf Fremdbestimmung und Handlungsbegrenzungen hin zu kritisieren. Mögliche Schwerpunkte des Workshops sind allgemein die Frage nach der Aktualität Kritischer Psychologie für linke Bildungspraxis, die Widersprüche von Bildungsarbeit zwischen persönlicher Veränderung, Fremdbestimmung und politischen Kämpfen für eine ganz andere Welt.
Textgrundlage:
Klaus Holzkamp: „We don’t need no education“.In: Forum Kritische Psychologie 11, 113-125
Christina Kaindl: Über die Unmöglichkeit, emanzipatorische Ziele für Andere zu setzen.
Die Arbeitsgruppe Vermittlung ist Teil der neu gegründeten „Assoziation Kritische Psychologie Berlin“. Sie organisiert workshops, Seminare und eine Ringvorlesung zur Kritischen Psychologie in Berlin. Mehr Infos unter:
http://kritischepsychologie.blogsport.de/ags/vermittlung/




Organisatorisches
Veranstalter:
Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler / BdWi
Helle Panke zur Förderung von Politik, Bildung und Kultur e.V.
Leitung: Christina Kaindl

Teilnahmegebühr:
Pro Person 50,00 Euro, inkl. Unterkunft und Vollverpflegung im Doppel- oder Mehrbettzimmer für 5 Tage Seminardauer. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten vor der Tagung Reader und Vorbereitungsthesen.
Aufgrund begrenzter Platzkapazitäten bitten wir um eine verbindliche Anmeldung. Die Tagung wird von den VeranstalterInnen finanziell bezuschusst.

Überweisung des Teilnahmebeitrags an:
BdWi, Volksbank Mittelhessen, Konto: 16 40 88 08, BLZ: 513 900 00
Verwendungszweck: Herbstakademie

Tagungsort:
Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein
Freienwalder Chaussee 8–10, 16356 Werftpfuhl
Das Haus liegt im Nordosten von Berlin, 30 km von der Stadtmitte am Rande des Erholungsgebietes “Gamengrund”.

Anmeldung:
Mit dem Anmeldeformular auf dieser Seite oder direkt bei:
BdWi, Gisselberger Str. 7, 35037 Marburg
Tel.: (06421) 2 13 95, Fax (06421) 16 32 66
E-Mail: bdwi[at]bdwi.de

Die Anreisebeschreibung zum Tagungsort findet sich hier:
www.kurt-loewenstein.de/hausinfos/anreise.html


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Dienstag, 14. Juli 2009

Kritische Theorie - Psychoanalytische Praxis: Geld

23.-25. Oktober 2009
Alte Handelsbörse Leipzig, Hochschule für Grafik und Buchkunst, Academy of Visual Arts Leipzig

Kritische Theorie - Psychoanalytische Praxis: Geld

Die Rolle des Geldes für den globalen Kapitalismus ist kaum zu überschätzen. Aber ist seine Bedeutung allein ökonomisch zu erfassen? Sogar Banker räumen ein, dass in den Bewegungen des Finanzmarkts viel Psychologie steckt. Nur von Tiefenpsychologie sprechen sie gewöhnlich nicht: davon, wie es kommt, dass Geld eine derart libidinöse Besetzung auf sich zieht. Die Finanzkrise ruft geradezu danach, das Geld erneut ins Fadenkreuz von kritischer Gesellschaftstheorie und Psychoanalyse zu nehmen.

Tagungsort
Alte Handelsbörse Leipzig, Am Naschmarkt

Eröffnungsvortrag: Festsaal der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Wächterstraße11
Die Teilnahme an der Tagung wird von der Landesärztekammer Sachsen mit 13 Weiterbildungspunkten zertifiziert.

PROGRAMM
Freitag, den 23. Oktober, Festsaal der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Wächterstraße 11
19:00-19:15 Uhr Eröffnung
19:15-20:30 Uhr Robert Kurz, Nürnberg
Aufstieg und Krise des modernen Geldes

Samstag, 24. Oktober, Alte Handelsbörse
10:00-11:00 Uhr Prof. Dr. Dr. Rolf Haubl, Frankfurt/M.
Hört beim Geld die Freundschaft auf und verdirbt es den Charakter? Zur Psychodynamik von Geldwert und Selbstwert
11:15-12:15 Uhr Dr. Claus-Dieter Rath, Berlin
Die Honorarforderung des Psychoanalytikers
12:15-14:00 Uhr Mittagspause
14:00-15:00 Uhr Prof. Dr. Jean Clam, Paris
Geld als Bedürfnis
15:15-16:15 Uhr Prof. Dr. Robert Heim, Frankfurt/M.
Das Genießen des Geldes. Zur psychoanalytischen Numismatik
16:30-17:30 Uhr Prof. Dr. Gunnar Heinsohn, Bremen
Warum Zins?
19:30 Uhr Geselliger Abend
Cafe Stereo, Hochschule für Grafik und Buchkunst, Wächterstraße 11

Sonntag, den 25. Oktober, Alte Handelsbörse
10:00-11:00 Uhr Hannes Gießler, M.A., Leipzig
Geld und seine Aufhebung
11:15-12:15 Uhr Prof. Dr. Horst Kurnitzky, Berlin/Mexiko
Opferverhältnisse: Die Kunst mit Geld und guten Worten ans Ziel der Wünsche zu gelangen
12:30-13:30 Uhr Sonja Witte, M.A., Bremen
Geld gegen Strich: Wenn in der Kunst der Körper zur Ware wird
13:45-14:45 Uhr Martin Eichler, M. A., Leipzig
Geld und Gerechtigkeit

Teilnahmebeitrag
Voll: 70 €
Weiterbildungsteilnehmende: 35 €
Schüler/Schülerinnen, Studierende, Erwerbslose: 25 €

Um Anmeldung bis zum 15. September wird gebeten.
Tagungskonto: Lipsys UG haftungsbeschränkt
Konto-Nr.: 0007654413
BLZ: 300 606 01
Verwendungszweck: Tagung Kritische Theorie - Psychoanalytische Praxis
Veranstalter: Prof. Dr. Christoph Türcke, Hochschule für Grafik und Buchkunst, Wächterstraße 11, 04107 Leipzig
Dr. Oliver Decker, Universität Leipzig, Medizinische Fakultät, Philipp-Rosenthal-Str. 55, 04103 Leipzig
Tobias Grave, Email: tobias.grave[at]lipsys.de
In Zusammenarbeit mit Lipsys UG haftungsbeschränkt
Email: info[at]lipsys.de
www.uni-leipzig.de/~decker/kripsa.html

Dienstag, 23. Juni 2009

Kritische-psychologische Arbeit mit Erwerbslosen

Renate Schumak & Christian Schultz

Kritische-psychologische Arbeit mit Erwerbslosen -
in Widersprüchen um Handlungsfähigkeit kämpfen
Freitag, 26. Juni 2009, 18.00 Uhr
Restaurant „Die Schule“
GLS Campus Berlin, Kastanienallee 82, 10435 Berlin / Raum 121

Dienstag, 9. Juni 2009

Kritische-psychologische Arbeit mit Erwerbslosen - in Widersprüchen um Handlungsfähigkeit kämpfen

GESELLSCHAFT FÜR SUBJEKTWISSENSCHAFTLICHE FORSCHUNG & PRAXIS
Einladung zu einem Vortrag mit Diskussion:
Renate Schumak & Christian Schultz

Freitag, 26. Juni 2009, 18.00 Uhr Restaurant „Die Schule“ GLS Campus Berlin, Kastanienallee 82, 10435 Berlin / Raum 121

Es ist seit längerer Zeit bekannt, dass insbesondere längere Erwerbslosigkeit von großer Be-deutung für die psychische Befindlichkeit ist. Allgemein wird inzwischen davon ausgegan-gen, dass das Risiko einer psychischen Erkrankung mit Behandlungsbedarf für Erwerbslose mindestens doppelt so hoch ist wie für Erwerbstätige. Seit 2005 ist dieser Zusammenhang auch in die Gesetzgebung eingegangen. Das SGB II – besser bekannt als Hartz IV - sieht u.a. die Möglichkeit psychosozialer Betreuung für Erwerbslose vor.
Die Solidarische Psychosoziale Hilfe (SPSH) betreibt in Hamburg eine Beratungsstelle, die sich seit über zwanzig Jahren auf den psychologischen Aspekt dieser Betreuung spezialisiert hat und deren Arbeit – auch in der Hamburger Behörde – als vorbildlich gilt. Dass diese Ar-beit sich wesentlich den Positionen der Kritischen Psychologie verpflichtet fühlt, mag dabei etwas erstaunen. Es zeigt aber auch, dass es möglich ist, in der psychologischen Praxis zu arbeiten, ohne deswegen kritisch-psychologische Einsichten hinter sich lassen zu müssen. Im Gegenteil ermöglicht der kritisch-psychologische Standpunkt erst eine Arbeit, die versucht, sich nicht in den Fallstricken von Psychologisierung und Individualisierung zu verheddern und trotzdem die betroffenen Subjekte in ihrer je individuellen Erfahrung ernst zu nehmen. Natürlich bedeutet dies auch, widersprüchliche Anforderungen, unter denen die Betroffenen leiden, als solche zur Sprache zu bringen, um Möglichkeiten eines bewussten Umgangs aus-zuloten, statt sie durch psychologische Tricks zu eliminieren. Zugleich gilt dies auch für die Einrichtung und deren MitarbeiterInnen, die in ähnlicher Weise immer wieder widersprüchli-chen Anforderungen ausgesetzt sind – von Seiten der Behörde, von Seiten einer „aktivieren-den“ Sozialpolitik und von Seiten der Betroffenen.
Renate Schumak und Christian Schultz, die aus ihrer Arbeit berichten, haben die „Solidarische Psy-chosoziale Hilfe Hamburg“ (SPSH) mit gegründet und sind Lehrbeauftragte an der Uni Hamburg.

Mittwoch, 15. April 2009

BOOM – Die Wirtschaft sind wir

Bubbles & Bursts

Im Sommer letzten Jahres fielen die Börsenkurse in den Keller. Mitte September wurde Lehman Brothers, dieviertgrößte US-Investmentbank, insolvent und Merrill Lynch flüchtete sich in den Schoß der Bank of America.
Da erinnerte man sich an den berühmt-berüchtigten »Schwarzen Freitag« des Jahres 1929 und die anschließende langjährige Weltwirtschaftskrise. Immer wieder kommt es zu Krisen im Wirtschaftssystem: Schon in den
1630er Jahren trieben Spekulationen den Wert von Tulpenzwiebeln derart in die Höhe, dass der Einbruch der Preise nicht lange auf sich warten ließ. Wie kommt es zu solchen Blasen? Wann platzen sie und könnte man
das auch verhindern? Sind Krisen systemimmanent?
Und soll nun das kapitalistische System aufgrund dieser
Schwankungen überdacht werden?

Bei der Veranstaltung der Ö1 Wissenschaftsredaktion werden im Gespräch mit Interviewpartner/innen aus dem Radiokolleg »Krisen des Kapitalismus. Bubbles & Bursts« (20. – 23. 04. um 9.05 Uhr & 22.15 Uhr) Ursachen und mögliche Lösungswege der Wirtschaftskrise ergründet.

Mittwoch, 22. 04. 2009, 19.30 Uhr
ORF KulturCafe, Argentinierstraße 30a, 1040 Wien

Sighard Neckel, Soziologe an der Universität Wien
Helene Schuberth, Ökonomin an der Österreichischen Nationalbank
Ewald Walterskirchen, Ökonom am Österreichischen Institut
für Wirtschaftsforschung

Moderation: Rosa Lyon, Ö1

BEIGEWUM bloggt die Krise

Up to date Informationen und Kommentare zur Wirtschaftskrise und anderen
aktuellen (wirtschafts)politischen und sozialen Fragen bietet ab nun ein
Weblog auf unserer neu gestalteten Website www.beigewum.at

AnalytikerInnen aus unserem Umfeld werden dort regelmaessig Positionen und
Hinweise zu aktuellen Fragen zur Diskussion stellen.

Damit wollen wir ein in Oesterreich ueberfaelliges Blog-Forum fuer eine
kritische Debatte ueber Themen einfuehren, die in den USA laengst von
einer breiten Szene von Bloggern geleistet wird.

Per RSS-Feed wird auf Wunsch ueber neue Eintraege informiert:
http://www.beigewum.at/feed/


Die ersten Eintraege der letzten Tage:

Was spricht eigentlich gegen eine Vermoegensteuer?
http://www.beigewum.at/2009/04/was-spricht-eigentlich-gegen-eine-vermogensteuer/

G-20 Gipfel: Mehr Kontinuitaet als Wandel
http://www.beigewum.at/2009/04/g-20-finanzgipfel-mehr-kontinuitat-als-wandel/

Regulierung ist nicht genug
http://www.beigewum.at/2009/03/regulierung-ist-nicht-genug-fur-eine-demokratisierung-der-debatte-uber-antworten-auf-die-krise/

Kommentare willkommen!


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Kurswechsel Jahresprogramm 2009

Heft 1: Verteilung und Demokratie
Heft 2: Politische Ökonomie der USA
Heft 3: Kritische Soziale Arbeit
Heft 4: Workfare: Does it work? Is it fair?

Abos: 29 Euro pro Jahr

http://www.beigewum.at/bestellungen/

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Beirat für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen
(BEIGEWUM)
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http://www.beigewum.at/
Beigewum Maillist - Beigewum@wu-wien.ac.at
https://lists.wu-wien.ac.at/mailman/listinfo/beigewum

Dienstag, 17. März 2009

IMPERIUM oder IMPERIALISMUS: Zur Frage der Rekonstruktion der US-Hegemonie unter Obama

mit Wolfgang Fritz Haug

Freitag, 20. März, 19 Uhr
Universität Wien, Dr. Karl-Lueger Ring 1
Hauptgebäude, HS 41

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Wolfgang Fritz Haug (Herausgeber der Zeitschrift „Das
Argument“ und des „Historisch-Kritischen Wörterbuchs
des Marxismus“) nimmt die Diskussion um Imperium
und Imperialismus auf, die, von Hardt und Negri angestoßen,
um die ganze Welt ging, und analysiert die Möglichkeiten
und die bisherige Politik Obamas.

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veranstaltet von
der GBW-Wien und dem Institut für
Politikwissenschaft/Universität Wien

Montag, 16. März 2009

Wochenendseminar Kritik der politischen Ökonomie

Alex Gruber und Florian Ruttner gestalten auf Einladung der STV Politikwissenschaft ein Wochenendseminar zur Kritik der politischen Ökonomie:

27. bis 29. März 2009 in St. Radegund bei Graz
Anmeldung erforderlich: stv.powi@oeh.univie.ac.at
http://www.univie.ac.at/politikwissenschaft/strv/news.html